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Eine weitere Familienform entsteht dadurch, dass das Eingehen einer Ehe heute nicht mehr mit der Gründung einer Familie gleichzusetzen ist. Etwa die Hälfte aller Ehepaare entscheidet sich aus wirtschaftlichen und lebensplanerischen Gründen gegen Kinder. Sie geht die Ehe deshalb ein, weil sie gesellschaftliche und finanzielle Vorteile verspricht. Andererseits gibt es viele Paare mit Kindern, die nicht verheiratet sind. Sie wollen ihre Beziehung nach eigenen Regeln und Vereinbarungen frei gestalten und auf die staatliche Sanktionierung und rechtliche Registrierung ihrer Lebensgemeinschaft verzichten. Nichteheliche Lebensgemeinschaften mit und ohne Kinder sind weitverbreitet und bilden mit einem Anteil, der auf fast zehn Prozent anzusetzen ist, eine nicht mehr zu übersehende Familienform. Viele Eltern, gleich ob verheiratet oder nicht, trennen sich oder lassen sich scheiden. Dadurch gibt es viele Familien, in denen nur ein Elternteil für die Erziehung und Sozialisation verantwortlich ist (Alleinerziehende). Der Anteil von Ein-Eltern-Familien liegt bei etwa einem Fünftel aller Familien. Oft gehen die beiden Elternteile nach einer Trennung aber auch neue Beziehungen ein, wodurch sogenannte Patchwork-Familien entstehen, in denen Eltern und Kinder in der Regel zwar eine soziale, aber teilweise keine biologische Beziehung zueinander haben. Auch der Anteil dieser Familien ist in den letzten Jahrzehnten immer stärker angewachsen und liegt bereits bei über fünf Prozent aller Familien. Schließlich entscheiden sich heute auch gleichgeschlechtliche (homosexuelle schwule und lesbische) Paare auf dem Weg über Adoptionen, Leihmütterschaften und die neuen Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin immer häufiger für Kinder, sodass die Eltern in diesen Familien nicht wie in der bürgerlichen Kleinfamilie zwei unterschiedlichen Geschlechtern angehören. Der Anteil dieser Familienform mit einem im