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Neudefinitionen des Selbstbildes voraus, die meist mit Bilanzierungen zurückliegender und Vorwegnahmen künftiger Erfahrungen und Erlebnissen einhergehen. Ein markanter Einschnitt ist das Erreichen des Zenits der körperlichen und psychischen Kräfte etwa zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr. Er bietet für viele Menschen einen Anlass zum Abgleich der früheren Ansprüche, Perspektiven und Wünsche im beruflichen und privaten Bereich mit dem tatsächlich Erreichten und dem, was in Zukunft noch realistisch erreichbar ist. Dieser Abgleich kann insbesondere dann zu einer »Krise der Lebensmitte« führen, wenn Menschen erkennen, dass sie die selbst gesetzten beruflichen und die damit verbundenen persönlichen Lebensziele nicht so erreichen können, wie sie es erhofft haben. Der Bilanzierungsprozess zur Mitte des Lebens kann so zu einer großen Belastung werden und sich noch verschärfen, wenn auch die eigenen Kinder, deren Ablösungsprozess sich in der Regel in diesem Zeitraum vollzieht, nicht die schulischen und beruflichen Ausgangspositionen erreicht haben, die sich die Eltern wünschten. Geschlechtliche und soziale Diversität
Die partnerschaftlichen Beziehungen im Erwachsenenalter unterliegen zum Teil ähnlichen biografischen Abwägungen. Durch die im Vergleich zu den 1950er Jahren eingetretene Emanzipation der Frauen von der traditionellen Hausfrauen- und Mutterrolle hat sich bei beiden Geschlechtern der Trend verstärkt, (Ehe-)Partnerschaften als persönlich erfüllende und Glück bringende Beziehungen zu definieren. Eine schrittweise Neudefinition der traditionellen Frauenrolle und ihre Angleichung an bislang typisch männliche Verhaltensmuster lassen sich spätestens seit den 1980er Jahren beobachten.