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Ungleiche Ausgangsbedingungen

Kinder erfahren eine Vielfalt ihrer Lebenswelt durch den Kontakt mit Menschen aus anderen Kulturen, Regionen und Religionen. In ihren Freundschaftsbeziehungen, die sich in ersten Schritten im Grundschulalter aufbauen und Einfluss auf ihr Freizeit- und Medienverhalten ausüben, spüren Kinder die kulturellen und sozialen Spannungsfelder im gesellschaftlichen Alltag. Sie erfahren die Unterschiede zwischen Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft und Glaubensorientierung. Auch werden Kinder früh auf das Auseinandergehen der Schere zwischen Arm und Reich aufmerksam gemacht, zumal viele von ihnen durch die relative Armut ihres Elternhauses selbst betroffen sind und ungünstige räumliche Wohn- und Umweltbedingungen ertragen müssen. Insgesamt sind ihre Möglichkeiten, ihre Lebenswelt aktiv mitzugestalten, auch in den heutigen Gesellschaften minimal. Kindheit bedeutet heute demnach, in einem Nukleus der Intimität zu leben und dennoch in einer unsicheren sozialen Bindung aufzuwachsen und eine Wettbewerbsgesellschaft zu erfahren, in der allein individuelle Leistung zählt. Kindheit heißt auch, sich in einer Freizeitwelt aufzuhalten, die von Konsum und kommerzieller Anreizung geprägt ist, die Verknappung von Spiel- und Freiflächen in der Wohnumgebung zu erleben und zu erfahren, dass die ökologische Umwelt schädigende Wirkungen (etwa durch Lärm und Umweltverschmutzung im Wohnviertel oder chemisch behandelte Nahrungsmittel) haben kann. Je besser die wirtschaftliche Lage, die soziale Verankerung und Vernetzung und die Erziehungskompetenzen der Eltern sind, desto günstiger sind die Voraussetzungen für die Kinder, die heute notwendigen Bausteine für eine erfolgreiche Persönlichkeitsentwicklung mit einer eigenständigen Lebensführung zur Verfügung zu haben.