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Sozialisationsforschung her. Letztere betont mit der sinnbildlichen Unterscheidung zwischen der »Philosophin« und der »Künstlerin«, in welche Konstruktionsprozesse der Sinnbildung und des Sinnverständnisses Menschen in ihrer Identitätsbildung eingebunden sind. Boris Zizek (2018, S. 370) argumentiert hierzu: »Die progressive Seite dieser metaphorischen Charakterisierung als Philosophin ist, dass das Kind, die/der Adoleszent und die/der Jugendliche in ihrer Eigenschaft als reflektierende, sich aktiv mit sich und der Welt auseinandersetzende Konstrukteure von Deutungen und Sinn akzentuiert werden. […] Mit der Metapher der Künstlerin soll diese konstruktivistischkognitivistische Perspektive um den spontanen, kreativen, leiblichen, intuitiven Aspekt ergänzt bzw. vervollständigt werden«.
Im Mittelpunkt einer sozial-konstruktivistischen Perspektive stehen also Aneignungs- und Aushandlungsprozesse, die den Prozess der Sozialisation bestimmen und mit dem die Identitätsentwicklung immer parallel verläuft. Damit ist aber auch eine gesellschaftliche Perspektive verbunden, die keine geschlossen Reproduktion der Bedingungen kennt, die sie den Gesellschaftsmitgliedern zur Verfügung stellt. Der Wandel ist also in das gesellschaftliche Miteinander eingeschlossen. Ob Gesellschaften »Offenheit« anbieten oder »Geschlossenheit« erzwingen (etwa in sehr hierarchischen oder autoritären Gesellschaften), ist für die Wandlungsoption selbstverständlich ausschlaggebend. Hierauf kann sicher keine pauschale Antwort gegeben werden, sondern nur eine an den historischen Gegebenheiten ausgerichtete Annäherung. Es ist also eine an die historischen und gesellschaftlichen Bedingungen angenäherte Einschätzung. Ein Beispiel hierfür: Der Soziologe Ulrich Beck (1986) hat für die Entwicklung der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in allen industrialisierten Wohlstandgesellschaften eine Entwicklung der Individualisierung diagnostiziert.