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der Theorie der Salutogenese als »Kohärenzgefühl« genannt wurden. Es geht also nicht nur um die die soziale Eingebundenheit des Menschen, sondern gleichzeitig darum, welche Auswirkungen es für die Wahrnehmung der eigenen Identität besitzt. Kurt Lüscher (geb. 1935) ist ebenfalls Vertreter einer soziologischen Sozialisationstheorie und fokussiert wie Grundmann auf Beziehungsmuster und das Erleben bzw. den Umgang mit Ambivalenz. Für Lüscher ist die Gestaltung von Generationenbeziehungen prototypisch für den Prozess der Sozialisation. Seine Ausgangsannahme beinhaltet die Skepsis gegenüber der Annahme, dass in Familien Beziehungsmuster immer schon festzustehen scheinen. Dagegen wird übersehen, dass durch familiäre Beziehungspraktiken Beziehungsstrukturen erst etabliert, permanent interpretiert und ebenso permanent modelliert werden müssen. Dabei ist nicht Kontinuität, sondern Ambivalenz (Uneindeutigkeit) das Leitmuster individueller Orientierung. Ambivalenzerfahrungen werden bei der Suche nach Sinnmustern in sozialen Beziehungen gemacht, die für die Entfaltung und Veränderung persönlicher und kollektiver Identitäten bedeutsam sind (Lüscher 2016; 2017). Identitäten sind demnach nicht festgelegt, sondern befinden sich in einer doppelten Wechselbeziehung mit den inneren und äußeren Realitäten. Identitäten machen folglich auch doppelte Ambivalenzerfahrungen, wodurch die Entstehung von Neuem immer wahrscheinlicher, aber auch das Festhalten an Ankerpunkten der eigenen Identität immer relevanter wird. Ansätze dieser neueren soziologisch geprägten Sozialisationsforschung weisen zusammenfassend eine sehr deutliche Tendenz auf. Sie sind orientiert an dem Prozess der Aneignung von und des Umgangs mit Erfahrungen sozialer Realität im Prozess der Bildung einer Ich-Identität. Was schon die älteren soziologischen Handlungstheorien betonten, wird jetzt noch deutlicher: Die Subjekte