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Antonovsky orientiert sich mit seinem Ansatz zunächst auch an einer stress- und bewältigungstheoretischen Perspektive, in die er sozialpsychologische und persönlichkeitstheoretische Konzepte einbezieht. Der in seinem Denken zentrale Begriff »Salutogenese« setzt sich aus dem lateinischen Wort »salus« für Unverletztheit, Heil und Glück und dem griechischen Wort »genese« für Entstehung zusammen und kann sinngemäß als »Gesundheitsentstehung« verstanden werden. Diese Theorie der Entstehung von Gesundheit räumt den persönlichen Bewältigungskompetenzen und Widerstandskräften gegen Störungen (»Resilienz«) einen großen Stellenwert ein. Belastungsfaktoren (»Stressoren«) sind nach diesem Ansatz in jeder Phase des Lebenslaufs präsent. Die meisten Menschen schirmen diese Stressoren ab, sie aktivieren ihre Schutz- und Abwehrmechanismen. Stressoren sind in dieser Konzeption also per se nicht problematisch, sondern sie sind normaler Bestandteil des alltäglichen Lebens und gewissermaßen notwendig, um die Widerstandskräfte eines Menschen und damit seine Überlebensfähigkeit aktiv zu halten. Problematisch wird es allerdings, wenn die Stressoren stärker sind als die personalen und sozialen Ressourcen für die Bewältigung der Entwicklungsaufgaben. In einer solchen Situation reichen die Schutz- und Abwehrmechanismen nicht aus, um die Belastung unter Kontrolle zu halten (Antonovsky 1997). Die Widerstandskräfte sind in Antonovskys Zugang die personalen und sozialen Ressourcen, über die ein Mensch verfügt. Ihre Stärke und Ausprägung entscheiden nach dieser Theorie darüber, ob sich Belastungen in einer Beeinträchtigung des psychischen und körperlichen Wohlbefindens niederschlagen oder nicht. Zu den körperlichen Widerstandskräften gehören ein gutes Immunsystem, ein stabiles vegetatives und kardiovaskuläres System, körperliche Fitness als Kombination von Beweglichkeit, Kraft und Kondition und