2026-001/documents/theory/diagnostics/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/251.md

1.7 KiB
Raw Blame History

die entweder sehr deutlich oder eher vage an kulturell festgelegte Stereotype gebunden ist oder auch die Entscheidung für eine Familiengründung, die nicht zwangsläufig in jeder Gesellschaft als Voraussetzung für gesellschaftliche Anerkennung zählt. In Gesellschaften mit hoher Sensitivität für Pluralität sind ganz allgemein gesprochen die kulturellen und sozialen Vorgaben nicht mehr so stark normiert wie in Gesellschaften, in denen noch traditionelle, zumeist religiös dominierte Verhaltensnormen vorherrschen. Dadurch steht den Individuen für die Bewältigung von lebenslaufspezifischen Anforderungen der Realitätsverarbeitung eine größere Vielfalt an Wegen offen, die nach persönlichen Vorlieben eingeschlagen werden können (Böhnisch 2001). DAS DRITTE PRINZIP UNTER DER LUPE Es wird von einem Menschen verlangt, das eigene Verhalten an den weitgehend biologisch programmierten körperlichen Veränderungen auszurichten. Auch wird erwartet, dass die Veränderungen in der psychischen Befindlichkeit angenommen und angemessen im eigenen Verhalten zum Ausdruck gebracht werden. Das Entwicklungsaufgaben-Konzept gehörte Beginn an zu den Kernannahmen im MpR. Deswegen auch wird auf seine Nutzung nicht vollkommen verzichtet, obwohl kritische Stimmen immer wieder vernehmbar sind. Ein Hauptaspekt der Kritik ist die durchscheinende Erwachsenensicht. Ihr zu begegnen bedeutet zum einen, zu verstehen, dass die Einbeziehung der subjektiven Perspektive nicht ersetzen, was eine analytische Perspektive von außen erkennen und damit auch hinzufügen kann (so die Verbindung der subjektiven Sicht mit sozialen Strukturdaten, dem Wissen über Privilegierungen oder Benachteiligungen, was von den Befragten meist selbst nicht reflektiert wird). Eine