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Hierarchiestrukturen, in die Kinder eingebettet sind, übersehen (Bühler-Niederberger/Sünker 2006). Die Autonomie der Kindheit wäre dann etwas, was man fordern oder ablehnen kann. Sie sollte aber nicht dazu führen, dass die Perspektive auf die Mikroperspektive des kindlichen Handelns dominiert und die dahinter liegenden Strukturen der verfügbaren Ressourcen übersieht. Die Produktion und Reproduktion der eigenen Persönlichkeit
In der menschlichen Persönlichkeitsentwicklung findet, auch das ist eine Konsequenz des zweiten Prinzips des MpR, eine notwendige Selbstbezogenheit statt. Sie sorgt dafür, dass die einzelne Persönlichkeit niemals passiv abwartend verstanden werden kann, sondern immer als aktiv beteiligt und die eigene Entwicklung steuernd. Hierfür stellt das Beispiel, die eigene Persönlichkeit in festen Rollenstereotypen zu orientieren, einen Anwendungsfall dar. In einer bestimmten Lebenssituation in der Rolle als Mann oder als Frau auf traditionelle Rollenerwartungen zurückzugreifen, ist im Sinne des MpR ein aktiver Prozess. In diesem Sinne ist sogar unter Bedingungen der starken Rollennormierung von einem Prozess der aktiven Steuerung zu sprechen. Vielleicht ist hier auch die Nähe zu dem schon eingeführten Begriff der »Selbstsozialisation« sinnvoll. Niklas Luhmann, der Schöpfer dieses Begriffes, benennt es ausdrücklich: »Sozialisation ist immer Selbstsozialisation« (Luhmann 1987, S. 177). Bei allen problematischen Implikationen dieser Deutung, der oder die Einzelne ist hier immer aktiv an dem Prozess der Sozialisation beteiligt. Oder, um im genannten Beispiel zu bleiben: Die Verbindung der gewohnten und erfahrenen Struktur (wie die unterschiedlichen Geschlechtererwartungen aufeinander bezogen sind) mit den Anforderungen einer konkreten Handlungssituation (wie ziehe ich mich an für ein Bewerbungsgespräch, wie