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zwischen den Nervenzellen. Die Hirnstrukturen bleiben formbar. Diejenigen Strukturen, die für die Verarbeitung von Sinnesreizen zuständig sind, entwickeln sich vor jenen Strukturen, die für die Regulation von Emotionen verantwortlich werden. Zentren der motorischen Steuerung werden relativ früh angelegt, während Hirnstrukturen, die komplexe kognitive Leistungen ermöglichen, erst später ausreifen. Die Regionen des Gehirns, die für die Verarbeitung sensorischer Reize zuständig sind, sind also auf intensive Stimulation in den frühen Lebensphasen angewiesen, während die Regionen, die mit komplexen Funktionen verbunden sind, im Prinzip lebenslang veränderbar bleiben. Genetische Prädispositionen in der frühen Entwicklung spielen – ganz im Einklang mit der älteren persönlichkeitspsychologischen Propädeutik – eine besonders große Rolle. Das gilt vor allem im Hinblick auf das Erlernen sensomotorischer Fähigkeiten. Die Phase der Adoleszenz erweist sich als eine der erhöhten neuronalen Plastizität; vor allem in Hinsicht auf die Ausbildung von emotionalen, sozialen und intellektuellen Fähigkeiten und für potenziell schädliche Einflüsse von außen. So können Verletzungen, Traumatisierungen oder riskante Verhaltensweisen wie Mutproben oder Drogenkonsum unmittelbar mit dem intensiven Umbau der Hirnfunktionen nach der Pubertät in Verbindung gebracht werden. Kindheit und Jugend sind aber keineswegs die einzigen sensiblen Phasen der Persönlichkeitsentwicklung. Hirnregionen, die mit komplexen Funktionen befasst sind, sind in der Regel lebenslang veränderbar. Gerade in späteren Lebensphasen zeigt sich oft eine erhöhte neuronale Plastizität, die nur durch bestimmte umweltabhängige Faktoren stimuliert werden kann. Auch die Entwicklung emotionaler und höherer kognitiver Funktionen wie Intelligenz, Lernen, Wahrnehmung,