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Komponente betonen und die Persönlichkeitsentwicklung ausschließlich als eine Entfaltung angeborener Anlagen erklären wollen. Man sah sich mit der naturwissenschaftlichen Herangehensweise in einem Konkurrenzverhältnis und hatte die Sorge, Neuro- und Hirnforschung könnten Belege für die innerorganische Determination von Persönlichkeitsmerkmalen erarbeiten, die Umwelteffekte als unbedeutend erscheinen ließen. Diese Sorge erweist sich heute als unberechtigt. Die neurobiologischen Ansätze liefern interessante Befunde zur Wechselbeziehung von Anlage und Umwelt. Auch sie zeigen, wie eng genetische Dispositionen und soziale Umweltfaktoren zusammenwirken und sich gegenseitig beeinflussen. In kaum einem Ansatz der Neuroforschung wird die sozial bedingte Beeinflussung und Ausprägung der Persönlichkeitsstruktur eines Menschen infrage gestellt. Mehr und mehr setzt sich deshalb die Auffassung durch, dass für ein umfassendes Verständnis von Sozialisation eine Ergänzung der psychologischen und soziologischen Theorien um solche aus Verhaltensgenetik, Molekulargenetik, Epigenetik und ähnlichen Gebieten sinnvoll und sogar notwendig ist, um die Interaktion zwischen einer ererbten, veranlagten inneren Realität von Organismus und Psyche und der sozial geformten äußeren Realität aus Umwelteinflüssen besser als bisher zu verstehen (Bock/Braun 2013; Scheunpflug 2013). Das Konzept der neuronalen Plastizität

Wie groß der Einfluss von genetischen Anlagen als innerer Realität und der Umwelt als äußerer Realität jeweils ist, lässt sich nicht pauschal für alle Merkmale der Persönlichkeit und des Verhaltens eines Menschen sagen. Es gilt indes die allgemeine Regel: Je komplexer die Handlungsvollzüge und Verhaltensmodi sind, in die ein Mensch einbezogen ist, desto stärker ist der Einfluss seines soziokulturellen Umfeldes. Eine genetische