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Verhalten, die Persönlichkeit oder Kompetenz und Fähigkeiten zu schließen. Wer das tut, befindet sich schnell fernab des wissenschaftlichen Faktenwissens. Tatsächlich sagt die Botschaft des »Wir-haben-diemenschliche-Natur-entschlüsselt« mehr über die Empfänger solcher Botschaften aus als über deren Absender. Es müssen also nicht diejenigen hinterfragt werden, die die dieses Versprechen geben, sondern die, die daran glauben. Klar ist, dass wenig »common sense« in der Humangenetik-Debatte existiert. Wenn man viel Entgegenkommen formulieren möchte, dann können bestimmte Dispositionen wie das Temperament als zumindest genetisch beeinflusst angenommen werden. Aber selbst das einmal konzedierrt, heißt was? Ein Temperament gibt wenig Aufschluss, es beschreibt Unterschiede zwischen Menschen, aber für alles Weitere ist das zu abstrakt. Analytisch gesehen geht es um die Folgen solcher Dispositionen für die menschliche Entwicklung, sonst erbringen abstrakte Merkmale wenig Aufschluss. Ein aufbrausendes extrovertiertes Temperament kann man als trinkender Obdachloser genauso ausleben wie als rührselige Vorstandsvorsitzende. Darum: Hinweise auf Charaktermerkmale zu haben, die genetisch bedingt sind, wäre ja schön. Es ist aber immer noch fern jeder Realität – und am Ende ergibt dies in der Forschung zu menschlichem Verhalten kaum Ertrag. Die Nüchternheit wissenschaftlicher Erkenntnisse über den Menschen bezeichnet so etwas wie ein Gegenmodell zu der Genetik, die »populistische Thesen« (so selbst der Verhaltensgenetiker Frank M. Spinath in einem Interview in »Spektrum der Wissenschaft« im Jahr 2013) als Aufmerksamkeitsfalle formuliert. Den Menschen als Lernund Erfahrungswesen zu beschreiben, bedeutet noch immer so etwas wie eine Entthronung in der Schöpfungskette. Der Soziologe Pierre Bourdieu bezeichnete dies als eine fortgesetzte narzisstische