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kulturellen Erwartungen, die an einen Menschen gerichtet werden, auf die Eigenleistungen der Subjekte. Den Durchbruch erreichen die kognitiven Lerntheorien. Banduras und Piagets Zugänge bedeuten für die Psychologie einen Paradigmenwechsel. Die »kognitive Wende« legt sie aber auch auf eine Verkleinerung des Forschungsfokus fest. Mehr und mehr wird die Psychologie eine Wissenschaft des menschlichen Innenlebens, bei der vor allem Sinnes- und Hirnaktivitäten im Mittelpunkt stehen. Auf diese Weise ergänzen psychologische die soziologischen Positionen grundlegend. Sie öffnen gewissermaßen das Fenster von einem Außen- in das Innenleben des Individuums, indem sie die Übersetzung der Umwelterfahrungen in Prozesse der kognitiven Informationsverarbeitung nachzeichnen. Ansätze zu einem Paradigmenwechsel

In gewisser Weise beschreibt diese Hinwendung zum Subjekt bereits eine bestimmte Tendenz, nämlich die zunehmende Bedeutung von Individualität bzw. des einzelnen Subjektes im Sozialisationsprozess. In einem über einhundertjährigen Verlauf der Debatte ist es zu dieser Verschiebung gekommen. Finden Verschiebungen wie diese in einem Wissenschaftsfeld statt, wird auch von einem neuen Paradigma (also einem neuem Denkrahmen) oder einem Paradigmenwechsel gesprochen. Einen solchen Paradigmenwechsel wahrzunehmen, heißt aber auch, neben den Fortschritten auf eventuelle (neue) Probleme hinzuweisen, die sich für die Forschung ergeben. Für den Forschungsgegenstand Sozialisation bedeutet dies: Ist die Geschichte der Sozialisationstheorie lediglich eine Erfolgsgeschichte und bereits abgeschlossen? Oder können wir auch noch weiße Flecken auf der Landkarte des Sozialisationsthemas finden?