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Entfaltungsmöglichkeiten besteht. Menschen sind in diesem Verständnis individuelle Gestalter ihrer Lebensverläufe. Die Persönlichkeitsentwicklung vollzieht sich nach Lerner in einem Prozess der Selbstregulation durch Rückkopplung: Auf dem jeweils erreichten Stand der Auseinandersetzung mit den körperlichen und psychischen Anforderungen justiert der Mensch seine Erwartungen und Ziele für künftige Handlungen jeweils neu. Um diese Erwartungen und Ziele umsetzen zu können, werden die bisherigen Muster der Bewältigung von Anforderungen korrigiert und neu ausgerichtet. So kommt es zu einer permanenten Selbstregulation des Handelns im Entwicklungsverlauf, also zu einer Eigensteuerung der Persönlichkeit. Die Theorie des Individuums als Produzent seiner eigenen Entwicklung betont die Spielräume, die Menschen offen stehen, um den sozialen und physischen Kontext, der sie beeinflusst, durch eigene Aktivitäten auch selbst zu formen und damit die Richtung künftiger Umwelteinflüsse mitzubestimmen. Außerdem haben Menschen die Möglichkeit, bestimmte soziale und räumliche Kontexte auszuwählen und andere zu meiden. Auch hierdurch nehmen sie Einfluss auf Umweltimpulse, die ihre Persönlichkeitsentwicklung formen, und erzeugen so in Eigenregie ein von ihnen mitbestimmtes Feedback. Für Lerner spielen die Entwicklungsherausforderungen während des gesamten Lebenslaufs eine große Rolle, besonders in der Lebensphase Jugend. In diesem Lebensabschnitt werden Menschen – ganz im Sinne der Entwicklungstheorie von Erikson – mit einer Vielzahl körperlicher, psychischer, emotionaler, kognitiver und sozialer Anspannungen konfrontiert, die »Stress« erzeugen können. In der Jugendphase entscheidet sich, ob das Bedrohungspotenzial von Belastungen, die etwa durch eine persönliche Krise, einen Unfall oder eine Krankheit bedingt sein können, und die eigenen Fähigkeiten so realistisch