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Die verhaltensgenetische Forschung innerhalb der Persönlichkeitstheorie geht davon aus, dass zentrale Persönlichkeitsmerkmale wie die in den »big five« genannten durch persönliche Dispositionen vorstrukturiert werden, die durch Vererbung bestimmt sind, aber durch die familiale und soziale Umwelt modellierbar bleiben (Asendorpf 2015; Plomin 1986; Rowe 1997, S. 88). Die genetische Anlage führt demnach zu einer Disposition, einer festen Bahnung von Verhaltensmustern, die durch Umwelteinflüsse bestimmte Ausprägungen erfahren. Die Bedeutsamkeit stabiler Persönlichkeitsmerkmale
In Deutschland hat Becker (1995) die Annahmen zu den stabilen Persönlichkeitseigenschaften auf die Stress- und Bewältigungstheorie bezogen. Er identifiziert zwei grundlegende Persönlichkeitsfaktoren, die die Möglichkeiten und Fähigkeiten der individuellen Problemlösung charakterisieren: »seelische Gesundheit« und »Verhaltenskontrolle«. Seelische Gesundheit bezeichnet die Fähigkeit zur Bewältigung externer und interner Anforderungen. Basis der Fähigkeiten sind eine optimistische Stimmung, seelisch-körperliches Wohlbefinden, ständige aufmerksame Selbstbeobachtung und das Gefühl der Wertschätzung durch andere. Verhaltenskontrolle bezeichnet die subjektiv eingeschätzte Kompetenz, eigene Handlungen genau zu analysieren und zuverlässig zu regulieren. Eine stabile und überdauernde seelische Gesundheit wird von Becker als »aktuelles Wohlbefinden« und »Lebensfreude« bezeichnet. Psychische Gesundheit zeichnet sich demnach durch die Fähigkeit aus, die Aufmerksamkeit sowohl auf die eigene Person als auch auf die Umwelt zu richten. Psychisch Gesunde engagieren sich in konkreten Vorhaben, sind außengerichtet und liebesfähig, haben ein gutes Selbstwertgefühl und eine stabile Selbstsicherheit. Sie sind in der Lage, sich