2026-001/documents/theory/diagnostics/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/127.md

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ständigen Adaption angeregt, die dem Kind im Laufe der Entwicklung einen neuen und elaborierten Stand von Wahrnehmung, Urteil, Sprechen und sozialem Handeln ermöglichen. Die sozialisatorische Interaktion stellt einen zentralen Bedingungszusammenhang der Subjektbildung dar, indem sie die in der Entwicklungspsychologie herausgearbeiteten selbstreferenziellen Operationsweisen der Assimilation sozial einbettet und damit erst möglich macht. Die sozialen Handlungen der nahen Bezugspersonen bilden für das Kind einen sinnstrukturierenden Rahmen, der für den Aufbau seiner subjektiven Innenorganisation die notwendige Voraussetzung ist (Sutter 1997; Sutter 1999a, S. 73). In dem Maße, in dem hier von Sinnstrukturierung gesprochen wird, werden auch die Ähnlichkeiten zu der Theorie von Berger und Luckmann sichtbar. Generell zeigt sich für die handlungstheoretischen Ansätzen in der Soziologie eine starke Orientierung auf Aspekte der Sinnkonstruktion und Orientierung, die auch für die sozialisationstheoretische Perspektive bedeutsam werden. In der Weiterführung seiner sozialisationstheoretischen Überlegungen hat Ulrich Oevermann seinen Ansatz immer wieder erweitert und in eine breitete interdisziplinäre Perspektive integriert. Hierzu gehört, dass Sozialisation als Prozess der systematischen Erzeugung von Neuem verstanden werden muss (Oevermann 2004). Diese Position beinhaltet nicht, dass Sozialisationsprozesse und ihre Folgen immer unvorhersehbar Neues hervorbringen. Der interaktionistische Ansatz Oevermanns geht davon aus, dass die Verarbeitung der sozialen Realität mit Konflikten und Krisen verbunden ist. Bei Oevermann ist jede Konfliktund Krisenerfahrung Motor einer Stimulation von Neuem, hier der kognitiven Entwicklung. Jede Herausforderung bringt also eine Erweiterung des Wissen- und Handlungsvorrates, die das Vorhandene überschreitet. Solche typischen sozialisationsrelevanten Krisen sind