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isoliert handelnde Mensch), sondern der »social act«, eine komplexe Gruppenaktivität, steht für Mead am Anfang der Analyse. Er fasst den Prozess der Identitätsbildung als eine Form der Einheit von Vergesellschaftung und Individuation auf. In dieser Auffassung liegt die zentrale Bedeutung seiner sozialisationstheoretischen Überlegungen. Meads Theorie ist zudem, wie schon erwähnt, durch die zentrale Bedingung der Sprachfähigkeit des Menschen gekennzeichnet. Die Annahme der durch Kommunikation konstruierten Identitäten hat in der Soziologiediskussion nach Mead viel Bedeutung erlangt und beruft sich häufig auf ihn (Berger/Luckmann 1969; Habermas 1981). Den konkreten Mechanismus indes, der die Entwicklung einer Identität bewirkt, nennt Mead »Rollenübernahme« (»roletaking«). Die Übernahme einer Perspektive des anderen Handelnden durch das Individuum macht die objektive soziale Struktur seines Selbst aus. Um sozial und abgestimmt handeln zu können, muss ein Mensch in der Lage sein, Empathie aufzubringen, also die eigene Handlung in ihrer Bedeutung für andere einzuschätzen. Daraus ergibt sich auch die Vorwegnahme der Reaktion. Jeder Mensch muss sich selbst mit den Augen des anderer sehen und andere Handlungen quasi als eigene vorwegnehmen können (»Rollenübernahme«). Hierdurch kann er bzw. sie selbst zum Objekt werden, was Voraussetzung dafür ist, subjektiv sinnhaft handeln zu können. In Meads Theorie wird soziales Handeln als symbolisch vermittelte Interaktion verstanden, die sich durch die wechselseitige Interpretation von Situationen, Rollenerwartungen und Handlungen vollzieht. Die wahrgenommenen Absichten und Einstellungen sowie die Bedeutungen im Handeln der anderen sind ebenso wie die Definition der eigenen Handlungen stets vorläufige Interpretationen, die ständig einer Revision durch nachfolgende Ereignisse im Handlungsprozess unterzogen