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# 02 Soziale Arbeit als Handlungswissenschaft
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Dieses Kapitel klärt den Kontext professionellen Handelns in der Sozialen Arbeit — von historischen Traditionslinien über die Etablierung als Disziplin und Profession bis hin zum Professionsauftrag und wissenschaftlichem Wissen (Seiten 24–43).
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## Historische Traditionslinien
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Zwei historische Linien integrierten sich in der Sozialen Arbeit. Die **Sozialpädagogik** untersucht die Vermittlung zwischen Individuum und Gesellschaft mit bildungstheoretischen Wurzeln, entstand als Antwort auf Industrialisierungsfolgen und befasst sich mit Sozialisationskonflikten zwischen subjektiven Fähigkeiten und gesellschaftlichen Anforderungen.
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([Historische Wurzeln](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-14))
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([Böhnisch über Sozialpädagogik](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-18))
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Die **Sozialarbeit** entwickelte sich aus der Armenfürsorge im 19. Jahrhundert als individuelle Hilfe und Begleitung, wurde verberufsslichung durch ›soziale Frauenschulen› und integrierte sich in den Wohlfahrtsstaat mit Fokus auf Existenzsicherung und Beratung. Drei klassische Methoden entstanden: Einzelfallhilfe, Soziale Gruppenarbeit, Gemeinwesenarbeit.
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([Sozialarbeit](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-2))
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([Klassische Methoden](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-21))
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## Soziale Arbeit als Disziplin und Profession
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Seit Anfang 21. Jahrhundert hat sich ›Soziale Arbeit‹ als einheitlicher Leitbegriff etabliert. Die historische Zweiteilung wurde hinterfragt und gilt heute als überholt — empirisch keine signifikanten Unterschiede mehr zwischen den Traditionen.
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([Historische Wurzeln](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-14))
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([Pfaffenberger](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-22))
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Soziale Arbeit ist zugleich **Disziplin** (wissenschaftliche Fragestellung mit spezifischen Methoden) und **Profession** (Berufsgruppe, Praxisorganisationen, Dienstleistungen). Zwischen ihnen zeigen sich Unterschiede: Die Profession zielt auf Wirksamkeit und Angemessenheit; die Disziplin auf Wahrheit und Schlüssigkeit. Idealerweise bereichern sie sich gegenseitig durch Wissensvermittlung und Praxisbezug.
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([Disziplin und Profession](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-4))
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([Thole über Profession](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-24))
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([Wissen transformieren](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-26))
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## Praxisfelder und Trägerschaft
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Das Feld der Sozialen Arbeit ist hochgradig heterogen mit vielfältigen Praxisfeldern (Kinder-/Jugendhilfe, Erwachsenenhilfen, Altenhilfe, Gesundheit, Stadtteilarbeit). Unterschiede entstehen durch Trägerschaft: öffentliche (staatliche) und private Träger (Verbände, Vereine, philanthropische Organisationen) sowie Freiwilligen- und Selbsthilfeangebote.
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([Systematisierungsschwierigkeiten](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-5))
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([Thole Systematisierung](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-28))
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([Systematik Thole Lehrbuch](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-6))
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## Professionsauftrag und Zielsetzung
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Soziale Arbeit ist ein Moment des Sozialstaatsprinzips, das auf Menschenwürde und soziale Gerechtigkeit setzt. Sie vermittelt **parteilich zwischen Individuum und Gesellschaft** aus der Perspektive des Subjekts — eine doppelte oder trifokale Aufgabe: Veränderung von Lebensweise, Lebensbedingungen und ggf. Infrastruktur.
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([Sozialstaatsprinzip](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-7))
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([Parteiliche Vermittlung nach Thiersch](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-29))
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([Doppelter und trifokaler Fokus](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-32))
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Die Zielsetzung lässt sich mit drei Begriffen umschreiben: **soziale Gerechtigkeit**, **soziale Integration** und **Autonomie in der individuellen Lebenspraxis**. Der Auftrag folgt der Nachrangigkeit: Soziale Arbeit wird aktiv, wenn andere gesellschaftliche Systeme versagt haben.
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([Nachrangiger Auftrag](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-30))
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([Handlungsautonomie](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-34))
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## Grundorientierungen
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Alle aktuellen Theorien der Sozialen Arbeit gehen von einem **Person-in-Umwelt-Modell** aus und sehen Probleme als komplexes Interaktionsgeschehen zwischen bio-psychischen, sozialen und kulturellen Dimensionen. Als allgemeine Grundprinzipien gelten: systemischer Zugang, Lebensweltorientierung und Ressourcenorientierung.
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([Bio-psycho-soziale Perspektive](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-36))
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([Ressourcenorientierung](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-37))
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([Grundorientierungen](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-10))
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Die Arbeitsweise ist **dialogisch-partizipativ** mit Arbeitsbündnis als Kernelement. Zum Wissenskorpus gehören Theorien, empirisches Wissen, Erklärungen und Verfahrenswissen aus Disziplin und relevanten Nachbardisziplinen.
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([Arbeitsbündnis](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-38))
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([Wissenskorpus](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-39))
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([Wissensformen](./chapter_02_soziale-arbeit.evidence.md#reference-11)) |