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7.1.3 Systemische (Paar-)Beratung im Sozialpsychiatrischen
Dienst
Aus dem Arbeitskontext des SpDi ergeben sich unterschiedlichste
Aufträge, besondere Anforderungen und Arbeitsbedingungen. Sie
unterscheiden sich von einem rein therapeutischen Kontext in Bezug
auf seine Aufträge und Auftraggeberinnen. Der sozialpsychiatrische
Alltag bewegt sich im Spannungsfeld zwischen den Aufgaben der
sozialen Unterstützung, der Beratung und Therapie einerseits und
den Aufträgen der Kontrolle, der gutachterlichen Stellungnahmen,
des Schutzes vor Selbst- und Fremdgefährdung andererseits. Der
Kontext der Arbeit wird darüber hinaus von Eigenaufträgen geprägt,
die sich aus dem fachlichen, ethischen und sozialpolitischen
Selbstverständnis
des
Dienstes
und
der
jeweiligen
Beratungspersonen ergeben können.
Komplexe familiäre und soziale Bezugssysteme und lange
Krankheitsgeschichten kennzeichnen die Kontextbedingungen der
Auftraggeberinnen. Hinzu kommen häufig ambivalente Erfahrungen
im Umgang mit Expertinnen und machtvollen Institutionen, die bei
den Betroffenen oft zu Gefühlen der Hilflosigkeit, der Ohnmacht und
Entwertung führen.
Häufig ist die Lebensgeschichte auch von Entwurzelung und
traumatisierenden Ereignissen geprägt. Aufgrund unterschiedlichster
ethnischer und sozialer Herkunft müssen zwischen den
Auftraggeberinnen
und
Beraterinnen
vielfältige
Verständigungsmöglichkeiten und Formen der Beziehungsgestaltung
gefunden werden, die nicht immer auf sprachlicher Kommunikation
beruhen.
Die Kontaktaufnahme erfolgt meistens auf Veranlassung Dritter,
oft „halbfreiwillig“. Dies setzt die sorgfältige Abklärung voraus: Wer
gibt welchen Auftrag, welchen will die Beraterin annehmen, und
welchen weist sie zurück?
Sich selbst und seinem Gegenüber deutlich zu machen, welchen
Hut die Beraterin gerade trägt, den der Kontrolleurin oder den der