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6.6.2.4Primärperspektive Körpersprache
Satir hat immer die Körpersprache als Aspekt des familientherapeutischen
Handelns betont. Ihre vier Kommunikationstypen (siehe 2.4.3.2.2.2.3)
zeigen dies genauso deutlich wie Videoaufzeichnungen mit von ihr
geleiteten Therapiesitzungen (Satir 1986a, 1987).
Sie hat deshalb auch in ihrer Skulpturarbeit besonderen Wert auf die
Körpersprache und die eigenen Körperempfindungen (Kinästhesien) der bei
ihr Unterstützung suchenden Menschen gelegt. Dass dieser Bereich von
Grinder und Bandler als drittes wichtiges Repräsentationssystem in die
Kommunikations- und Wahrnehmungstheorie eingeführt wurde, geht
sicherlich zu einem großen Teil auf sie zurück (vgl. 2.4.3.2.2.2.4 und
Bandler, Grinder u. Satir 1978). Satir entwickelte auch Übungen, durch die
Beziehungskonstellationen dargestellt wurden, ihre Rückwirkung auf die
Körperempfindung der Beteiligten thematisiert und daraus die Frage
abgeleitet wurde, ob man sich in einem solchen Beziehungsnetz wohl fühlt
oder nicht. Sie gab z. B. den Mitgliedern eines „verstrickten“ Systems Seile,
mit denen sie sich verbinden, verwickeln und gleichzeitig versuchen sollten,
ihre Bewegungsfähigkeit zu behalten (was oft nicht gelang, Satir 1989, S.
194 ff.). Daraus ergeben sich Gespräche über „Ver-wicklungen“ und
Möglichkeiten der „Ent-wicklung“, die allen Beteiligten Freiräume bei
gleichzeitiger Bezogenheit ermöglichen könnten.