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5.5.2.2.3 Aufsuchende Familientherapie (AFT)
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Dieselbe Aufgabe einer Gratwanderung zwischen Nähe und Distanz
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muss das Team in der aufsuchenden Familientherapie (AFT) leisten.
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Denn auch hier verführt die professionelle Arbeit in der Wohnung der
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Familie (Gehstruktur) zur Aufgabe der Allparteilichkeit und der
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Übernahme einer zugunsten der Veränderung ungefährlichen Rolle im
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Familienspiel. Deshalb ist die Teamarbeit hier von ganz besonderer
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Bedeutung, denn die Kolleginnen können sich unterstützen. Das
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geschieht einerseits durch Rückmeldungen im Gespräch selbst, in der
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Pause oder nach dem Gespräch. Diese gegenseitige Unterstützung
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lässt sich auch durch verteilte Rollen erreichen. Das mit der Familie
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befasste Zweierteam sollte gegengeschlechtlich besetzt sein. Die
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männlichen Mitglieder der Familie können sich dann mit dem
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männlichen Kollegen identifizieren, die weiblichen mit der Kollegin.
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Umgekehrt fällt es vielleicht der Kollegin leichter, sich „in die Schuhe
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der Mutter zu stellen“. Eine gegengeschlechtliche Teambesetzung ist
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also für das gesamte Unterstützungssystem eine Ressource für
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Empathie, Identifikation, Modelllernen und die Methode des Splittings
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(7.6.3.2). Die Kollegin kann z. B. eine eher mütterlich-empathische
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Rolle einnehmen und die Familie in ihrem „Sosein“ unterstützen; der
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Kollege übernimmt aus einer eher distanzierten Position heraus die
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Rolle des problematische Themen bzw. Muster benennenden
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Beobachters. Die Teamarbeit ist auch rein praktisch von großer
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Bedeutung, weil sich die Sozialarbeiterinnen im Fall von Krankheit
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oder Urlaub gegenseitig vertreten können. Da das Konzept der AFT
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nach Conen einen Zeitraum zwischen neun und zwölf Monaten
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umfasst (bei einer zwei- bis dreistündigen Sitzung pro Woche oder im
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14-tägigen Abstand), ist es besonders wichtig, Unterbrechungen in
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diesem intensiven Prozess zu vermeiden.
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Die auf neun bis zwölf Monate festgelegte Zeitdauer einer AFT
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wird von Conen mit amerikanischen Untersuchungen zur Veränderung
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in therapeutischen Prozessen begründet (Conen 1996b, S. 159).
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Diese besagen, dass Veränderungsziele, die nach ca. neun Monaten
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noch nicht erreicht wurden, selten in späteren Zeiten eines länger
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