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Austauschprozess einzubringen. Diffuse Grenzen hingegen
halten fast keine Informationen zurück, starre übermäßig viele.
Besonders die Durchlässigkeit intergenerationaler Grenzen ist
wichtig. Das verhindert die „Parentifizierung der Kinder“
(Boszormenyi-Nagy 1975) und sexuelle Übergriffe eines
Elternteiles (vgl. Trepper u. Barrett 1991; Wegner 1997)
gegenüber den Kindern.
Innere Grenzen definieren die familiären Subsysteme als
eigene funktionsfähige Einheiten, die durch ihre Kooperation die
Funktionsfähigkeit der gesamten Familie sichern. Kinder können
z. B. ihre Geheimnisse vor den Eltern schützen, was ein
wichtiger Beitrag zur bezogenen Individuation sein kann;
andererseits können sie ihnen von Schwierigkeiten in der ersten
Liebe erzählen und sich dadurch ein wenig Trost und
Rückendeckung verschaffen. Die Eltern können andererseits
den Kindern viel von ihren eigenen Eltern erzählen, ihre
sexuelle Beziehung aber als einen den Kindern verschlossenen
Bereich definieren.
Die Familie genießt in unserem Kultur- und Rechtssystem
eine Vorrangstellung gegenüber anderen sozialen Systemen.
Diese drückt sich u. a. dadurch aus, dass ihre Grenzen als
besonders schutzwürdig gelten. Das „Elternrecht“ ist eine Folge
dieser herausgehobenen Position, ebenso die Idee, dass
innerfamiliäre Beziehungen kein öffentliches Thema sind. Diese
gesellschaftliche Norm sichert den Familienmitgliedern einen
Schutzraum; sie behindert aber auch den Schutz von
Familienmitgliedern vor innerfamiliärer Gewalt durch die soziale
Umwelt.
Familien
sind
Traditionssysteme.
Forschungen
zur
Mehrgenerationenperspektive (Sperling et al. 1982) haben
deutlich gemacht, wie familiäre Werte, Normen, Rollenbilder,
Regeln, Beziehungsmuster und Problemlösungsstrategien
interaktiv von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Jede neue Generation hat die Aufgabe, sich mit diesen