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vornherein, ohne Diskussion und ohne Abstriche, allgemein
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gültigen Verhaltensnormen, -werten und -regeln zu
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unterwerfen. Wir gewinnen Freiheitsgrade für unser Verhalten,
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unsere Lebensplanung, unsere Werteorientierung. Heute
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können Frauen sagen: „Mit diesem Mann möchte ich nicht mehr
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zusammenleben, ich gehe“; im Mittelalter und in der frühen
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Neuzeit hätte das ihren sozialen und biologischen Tod zur Folge
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gehabt. Durch die Individualisierung haben Frauen zunächst
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sehr viel mehr gewinnen können als Männer, denn im Kontext
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der
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Individualisierung
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müssen
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Männer
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ihre
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Herrschaftspositionen aufgeben. Sie müssen auf ihre
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Definitionsmacht über das, was Männern und Frauen zukommt,
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verzichten und sich mit der Frauenperspektive abstimmen.
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Leider realisieren viele Männer immer noch nicht die in diesem
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Prozess auch für sie selbst enthaltene Chance der eigenen
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psychischen Entwicklung. Systemisch betrachtet, könnten sich
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Frauen und Männer an diesem Punkt in einen Prozess der
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Koevolution einlassen. In diesem Kontext könnte die dem
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Geschlechterverhältnis immer noch innewohnende Machtfrage
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ihre destruktive Kraft für die Gestaltung heutiger
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Paarbeziehungen verlieren.
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Die negative Seite: Die privaten Beziehungssysteme werden
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fragiler. Beziehungen werden nicht mehr durch allgemein
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verbindliche Normen, Werte und Regeln festgelegt. Deshalb
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müssen Beziehungssituationen immer wieder neu definiert und
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geregelt werden. Dem kann man durch das Ausweichen auf
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andere Beziehungssituationen entgehen, wenn einem die aus
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ihnen resultierenden Verpflichtungen zu mühsam, zu kostspielig
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oder zu wenig lustvoll erscheinen. „Selbstfindung“ kann zum
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„Egotrip“ umgemünzt werden. Dadurch wird der allgemeine
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gesellschaftliche
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Zusammenhang
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und
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die
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für
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ihn
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unverzichtbare, über die eigene Person bzw. engste Gruppe
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hinausgehende Solidarität bedroht.
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