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Über Selbstsorge:
Gahleitner, S. B./Reichel, R./Schigl, B./Leitner, A. (2014): Wann sind wir gut genug?
Selbstreflexion, Selbsterfahrung und Selbstsorge in Psychotherapie, Beratung
und Supervision. Weinheim.
17. Schlussfolgerungen
Die hier beschriebenen Belastungen sind enorm. Oft frage ich mich,
wie das zu schaffen ist. Und ich danke allen, die dabei sind, und allen,
die sich mit Herz und Kopf in Beziehungen zu den Mädchen und
Jungen riskieren. Gott sei Dank gibt es nicht wenige Einrichtungen,
die sich mit großer Leidenschaft und personellen und finanziellen
Ressourcen der Aufgabe der Begleitung von Mädchen und Jungen
aus herausfordernden Lebensumständen widmen und dabei die
Profis so gut als möglich unterstützen. „In unserer Einrichtung
zieht sich die Traumapädagogik wie ein roter Faden durch die verschiedenen Ebenen, z. B. in der Traumaprojektgruppe, in Weiterbildungen, in Hilfeplangesprächen. Die traumapädagogischen
Haltungen weben sich wie ein tragendes Netz in unsere tägliche
Arbeit. Jede Person webt an einem anderen Stück. Das verbindet.
Unsere Einwände werden ernst genommen. Auch unser Schmerz
und unsere Leistung haben Bedeutung. Verstandenwerden, SelbstVerstehen und Gemeinsam-Verstehen gilt auch für uns Profis
und erleichtert die Begleitung der Mädchen und jungen Frauen.“
(Schreiter/Kahl 2020)
Auch wenn die strukturellen Bedingungen nicht immer Anlass
zur Hoffnung geben, halte ich es für möglich, weitaus offensiver mit
den im SGB VIII formulierten Aufträgen und den Möglichkeiten
der Erziehungshilfen umzugehen. Die aktuelle Debatte um die Erarbeitung eines Gesetzentwurfes zur Modernisierung der Kinderund Jugendhilfe enthält u. a. Forderungen nach einem verbesserten
Kinderschutz durch die Verbesserung und Qualifizierung der Zusammenarbeit aller Beteiligten. Auch die notwendige Erhöhung
der Altersgrenzen (8.3) in den Hilfen der Erziehung, verbindliche
Standards zur Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Eltern
für die Arbeit von Jugendämtern u. v. a. m. (BMfSFJ 2019; https://
www.mitreden-mitgestalten.de) werden diskutiert. Es gibt viele