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das Diktum der Individualisierung eher auf sich selbst angewiesen
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sind. In diesem Kontext kommt Heimerziehung für die Mädchen
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und Jungen aus herausfordernden Lebensumständen eine weitaus
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größere Bedeutung zu, als dies in der Öffentlichkeit wahrgenommen
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wird. Kinder, die sexueller Gewalt, massiver körperlicher Misshandlung oder lebensbedrohender Vernachlässigung ausgesetzt
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sind, können nur in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe
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und fachlich gut unterstützten Pflegefamilien geschützt werden.
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Die Einsparungen auf dem sozialen Sektor haben bereits heute zur
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Folge, dass Jugendhilfe zuerst alle Maßnahmen ‚probiert‘, bevor
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Heimerziehung als Alternative erwogen wird. Wenn ambulante
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Unterstützungen auch für viele Kinder und Familien hilfreich sind,
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gibt es dennoch auch die Kinder und Jugendlichen, deren Leiden
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hierdurch verlängert werden. Ihre Problematik wird größer, die
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Anforderungen an die Pädagog*innen werden höher.
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Oder aus der Sicht der Pädagog*innen: „Professionalisierung
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und Personalentwicklung sind auch Ausdruck des Zustandes oder
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der Entwicklung der Jugendhilfe als Ganzes, die als gesellschaftlicher
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Teilbereich ebenfalls Spiegelbild gesamtgesellschaftlicher Standards
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sind.“ (Hartwig/Kriener 1993, S. 141). Insofern verweisen ein seit
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dem Erscheinen der 1. Auflage dieses Buches extrem gestiegener
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Personalnotstand auf fehlende gesellschaftliche Wertschätzung und
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zu geringe Förderung der Unterstützung von Menschen aus herausfordernden Lebensumständen. Auch so kann man Leid und die
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Hilfe gegen Leid aus öffentlichen Diskussionen verbannen. Auch
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wenn die Auseinandersetzung um sexuelle Gewalt in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, geht es selten um die Anerkennung des
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Leides der Überlebenden und die Unterstützung zur Bewältigung.
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Während die Zeit seit Mitte der 70er Jahre bis zum Anfang der
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90er als „Periode der Sozialpädagogisierung der sozialen Hilfen“ gilt,
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lässt sich spätestens seit Mitte der 90er eine starke Ökonomisierung
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der Hilfen beobachten: Die Überprüfung von Sozialrathäusern und
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Sozialen Diensten, das Messen von Hilfeangeboten mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen sprechen eine deutliche Sprache. Die
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zarten Pflanzen der Humanistischen emanzipatorischen Sozialarbeit und Pädagogik müssen immer mehr der Ökonomisierung
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weichen. Die Sanktionspraxis gegenüber Hilfeempfängern hebelt
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