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manifest gebildet. Um eine Verfestigung zu verhindern, sind zielgerichtete Interventionen erforderlich. Zielgerichtet bedeutet die
Konfrontation mit der sexuellen Gewalt. Diese Konfrontation des
Täters/der Täterin einzeln als auch innerhalb der Gruppe bedingt
eine gute Beziehung zwischen den Pädagog*innen und den Mädchen
und Jungen und eine reflektierte Haltung. Sexuelle Gewalt verführt dazu, die Detektiv-Rolle zu übernehmen. Im pädagogischen
Alltag stehen die professionellen Helfer möglicherweise vor der
Frage: Ermittlungs- oder Beziehungsarbeit? Die generellen Ziele
der pädagogischen Arbeit mit sexuell gewalttätigen Jugendlichen,
das Misshandlungsmuster zu erkennen und zu durchbrechen,
Selbstkontrolle zu installieren und ggfs. Opferanteilen Raum zu
geben, erfordern eine tragfähige Beziehung. Ermittlungsarbeit
kann hierzu im Widerspruch stehen. In der Praxis hat sich eine
Trennung der Arbeitsaufträge von Pädagogik, Wächteramt und
bei über 14-Jährigen die Strafverfolgung bewährt. Eine Gruppenoffenlegung ist auch abhängig vom Willen des Opfers. Damit die
Konfrontation nicht zur Vernichtung des Konfrontierten verkommt,
sollten immer Wertschätzung und der Glaube an die Ressourcen des
Konfrontierten vermittelt werden. Der Schutz von Kindern und die
Einhaltung von Handlungsauflagen darf dabei nicht vernachlässigt
werden. Zur weiteren Bearbeitung des sexuellen Misshandelns als
Handlungsmuster ist bei jugendlichen Tätern ein therapeutisches
oder gruppentherapeutisches Setting notwendig (Kossack/Müller
2000; Meyer-Deters 2001). Im besten Falle kommt es zu einem gemeinsamen Verstehen:
Der elfjährige Marc wird gegenüber einem Mädchen in der Wohngruppe übergriffig, er fühlt sich schuldig, ist nicht in der Lage, darüber zu reden. Erst die
Information Manche fühlen sich dann mächtig und genießen das Gefühl ermöglicht ihm über dieses Gefühl und wie er vorgegangen ist, zu reden.
Verstanden werden, Selbst-Verstehen und Gemeinsame-Verstehen
sind letztlich die Grundlage der notwendigen Verhaltensänderung.
Diese bleibt unwirksam, wenn dauerhafte Veränderung und Eigenkontrolle unterblieben. Marc wurde nicht mehr übergriffig, weil
die biografischen Ursachen seiner Ohnmachtsgefühle pädagogisch