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Sozialisation in Arbeit und Beruf
Mit dem Eintritt in den Beruf ergeben sich Veränderungen von Handlungskompetenzen und Selbstdefinitionen. Im Rahmen der betrieblichen Arbeit werden unter Ergebnisdruck neue Einschätzungen der weiteren beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten und Karriereperspektiven aufgebaut. Die während der Ausbildung entwickelten Vorstellungen müssen nun auf die vorgefundenen Bedingungen abgestellt werden, was häufig zu schmerzlichen Korrekturen führt. Dies kann in einen Prozess der »Abkühlung« hochfliegender Karrierepläne oder alternativ in ein »Aufschaukeln« von Ehrgeiz und Motivation münden (hierzu bereits Heinz 1991). Dabei ist der Übergang vom Bildungs- in den beruflichen Sektor ein zentraler Sozialisationsvorgang, der auf eine Angleichung oder Passung ausgerichtet ist: »Passung ist dabei herzustellen im Hinblick auf die Verkehrsformen, mit denen Menschen ihre Reproduktion betreiben (wesentlich: Sprache, Kompetenzen, Qualifikationen, Wissen, mentale Muster, Handhabungs- und Gestaltungspraktiken, Reflexivität). In den Verkehrsformen drücken sich ihre Beziehungen zur übrigen Natur und zu anderen Menschen als Arbeit aus. Insofern äußert sich in den Verkehrsformen das Leben als produzierendes und gestaltendes gesellschaftliches Sein und als wechselseitiger Austausch von Aktivitäten und Kommunikation.« (Huisinger 2015, S. 492) Nicht nur dieser Laufbahn- und Passungseffekt mit seinem biografischen Stellenwert macht die Bedeutung der beruflichen Sozialisation aus, sondern auch der strukturierende Effekt der Art der Arbeitstätigkeit nach Selbstständigkeitsgrad, Typ der Beschaffenheit der Arbeit und Einbindung in eine Betriebshierarchie. Das »Betriebsklima« mit seiner spezifischen technischorganisatorischen und kommunikativen Strukturierung