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Abb. 2: Psychologische Mechanismen von der Beeinflussung der Person durch die Umwelt (Sozialisation) und der Beeinflussung der Umwelt durch die Person (Selektion). Quelle: Neyer/Lehnardt 2015, S. 183.

Abbildung 2 veranschaulicht das dynamische Denken des Ansatzes, in dem das interaktionistische Moment dafür sorgt, dass kein einseitiger Determinationszusammenhang wirkt. Vielmehr wird die Umwelt als anregend angesehen, weil sie das Beobachtungslernen stimuliert und der sich entwickelnden Persönlichkeit die Werkzeuge der Welterschließung nahelegt. Auf der anderen Seite aber wählt das Individuum aus (es selektiert), welchen Umwelten es sich aussetzen möchte. Es strukturiert die Umwelteinflüsse vor, die dann wieder Gegenstand der Auseinandersetzung mit der Realität sind. Auf diese Weise erzeugt das dynamisch-interaktionistische Modell einen erheblichen Überhang der Persönlichkeit im Verhältnis zur Umwelt, weil Umwelteinflüsse zwar fortbestehen, aber vorher individuell ausgewählt wurden. Für Neyer & Lehnardt (2015, S. 184) ist dies veranschaulicht in der Auswahl der jugendlichen Bezugsgruppen: »Die Person-Umwelt-Passung kann deshalb als Resultat einer kontinuierlichen Transaktion zwischen der Persönlichkeit (Selektion) einerseits und der sozialen Umwelt (Sozialisation) andererseits zustande kommen. Diese Transaktionen fin- den über die gesamte Lebensspanne hinweg statt. Zum Beispiel haben Mund und Neyer (2014) in einer Längsschnittstudie über 15 Jahre gezeigt, dass vom jungen bis zum mittleren Erwachsenenalter Partnerschafts- und Freundschaftsbeziehungen die spätere Persönlichkeitsentwicklung beeinflussen und umgekehrt diese Beziehungen von der Persönlichkeit beeinflusst werden. Dieses Muster ist insofern bemerkenswert, als sich in den Partnerschafts- und Freundschaftsbeziehungen die selbstgewählten Lebensstile junger Erwachsener