966 B
Lerner hierzu ). In weiten Teilen der sozial- und erziehungswissenschaftlichen Debatte wird die ältere Annahme des sozial voll integrierten, angepassten und passiven Akteurs durch das Konzept des aktiv handelnden Subjekts ersetzt (siehe Abb. 1).
Abb. 1: Der Paradigmenwechsel von der Struktur- zur Subjektzentrierung in der Sozialisationsforschung im Zeitverlauf. Quelle: Bauer 2012.
Schaut man genau, dann wird deutlich, dass fast alle jüngeren Theorien ab den 1980er Jahren die Individuationsfunktion im Sozialisationsprozess betonen. Sie heben mehrheitlich auf die Entwicklung einer autonom handlungsfähigen Persönlichkeit ab, während gesellschaftliche Integrationserfordernisse weniger stark beachtet werden. Individualentwicklung bezeichnet aus dieser Perspektive mehr als nur die Summe der konkret an ein Gesellschaftsmitglied gestellten (Rollen-)Erwartungen. Der Wechsel von der Struktur- zur Subjektorientierung, oder von der Vergesellschaftungs- zur