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3.2 KiB
Raw History

Häusliche Gewalt als Thema der Ausbildung in der sozialen Arbeit

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Dies liegt vermutlich auch an der starken familienorientierten Ausrichtung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes „...,d.h. tatsächlich stehen in vielen Fällen nicht die Leistungen für Kinder und Jugendliche Š•œȱŽ’Ž—œ§—’Žȱ’Ž•›ž™™Žȱ’–ȱ’ĴŽ•™ž—”ǰȱœ˜—Ž›—ȱŠœȱŽŒ‘ȱŠžȱ㛍Ž›ž—ȱŽ›ȱ— ’Œ”lung und auf Erziehung im Kontext familialer Lebensorganisation (vgl. Bock 2002: 304).“8

Hier wird sehr deutlich, wie wichtig auch in der Ausbildung eine Perspektivverschiebung ist im Sinne einer „konzeptuellen Befreiung“ (Qvortrup 1994) von Kindern aus ihrer ökonomischen, politischen und rechtlichen Subsumtion unter die Familie. In der Wissenschaft vollzog sich dieser Perspektiv- bzw. Paradigmenwechsel in den letzten beiden Jahrzehnten und führte dazu, dass man Kinder als eigenständige Persönlichkeiten mit individuellen Bedürfnissen und Rechten betrachtete (Butterwegs u.a. 2004: 290). Die Kritik der Kindheitsforschung an der Unterordnung von Kindern unter die Familie, am immer nur „mitgedacht“ und in ihrer Eigenständigkeit nicht wahrgenommen werden, an der Sonder- bzw. Opferrolle erinnert nicht von ungefähr an die Kritik der Frauenforschung. Auch bei der Frage nach der Bewertung des Status Kind in der Gesellschaft und den aus den historisch-gesellschaftlich unterschiedlichen Generationsverhältnissen resultierenden Merkmalszuschreibungen werden Analogien zwischen Frauen- bzw. Geschlechterforschung und Kindheitsforschung sichtbar. Die Verschränkung der „Frauen-“ mit der „Kinderfrage“, d.h. der Geschlechterverhältnisse mit den Generationsverhältnissen wurde seit den 70er Jahren immer wieder von einigen angelsächsischen Sozialwissenschaftlerinnen thematisiert; ebenso fand sie Eingang in die skandinavische Forschung. Diese Perspektive wurde in der Sozialisations- und Kindheitsforschung zwar zur Kenntnis genommen, fand aber bisher kaum Niederschlag in der Theoriebildung, in der empirischen Forschung und in der deutschsprachigen Frauenund Geschlechterforschung (vgl. Nissen 1998: 54). Insgesamt lässt sich also feststellen, dass häusliche Gewalt inzwischen ein integraler Bestandteil im Rahmen des Studiums der Sozialen Arbeit ist, die Folgen von häuslicher Gewalt gegen Frauen für Kinder als Lehrinhalt jedoch häufig gänzlich vernachlässigt werden. Dies liegt vor allem darin begründet, dass es noch keine verschränkte Betrachtungsweise von Geschlechter- und Generationsverhältnissen gibt. Hier bietet das Konzept der Menschenrechte, wie im folgenden zu zeigen sein wird, vielfältige Integrationsmöglichkeiten im Studium der Sozialen Arbeit. Die Menschenrechte als zentraler Bezugspunkt sind dabei in der Sozialen Arbeit keineswegs neu, sondern in deren Theorietradition vielfach vorfindbar 8 Daher ist es zwar nicht verwunderlich, dennoch aber sehr kritisch zu beurteilen, dass auch einige Einrichtungen der Jugendhilfe - wie beispielsweise der ASD - an einer familienorientierten Arbeitshaltung ausgerichtet sind und es deshalb zu Konflikten zwischen den Interessen des Kindes und denen der Eltern kommen kann (vgl. Hartwig, Hensen 2003: 55).