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Forschungsergebnisse, die über Auswirkungen von häuslicher Gewalt auf Schwangerschafts- und Geburtserleben berichten und auf einen vielschichtigen Zusammenhang verweisen. Mit der Schwangerschaft kann Gewalt durch den Partner erstmalig beginnen. Ebenso kann die Beziehung seit langem durch die Gewalt des Partners bestimmt und die Schwangerschaft selbst die Folge von sexueller Gewalt in der Paarbeziehung sein. Häusliche Gewalt wirkt sich direkt und indirekt auf die schwangere Frau und ihr Kind aus. Eine direkte Folgen sind Verletzungen, sie können zu Fehlgeburten bis hin zu tödlichen Konsequenzen für die Frau führen. Indirekt beeinflusst häusliche Gewalt das Gesundheits- und Vorsorgeverhalten der schwangeren Frauen. Angesichts der gravierenden gesundheitlichen Folgen von sexueller oder körperlicher Gewalt für schwangere Frauen sowie neugeborene Kinder besteht ein dringender Handlungsbedarf. Da eine Schwangerschaft in der Regel zu einem vermehrten Aufsuchen von Gesundheitsversorgungseinrichtungen führt, verfügen Hebammen, Pflegekräfte, Ärzte und Ärztinnen über besondere Interventionsmöglichkeiten gegen Gewalt. Sie können die Chance nutzen, frühzeitig zu erkennen, ob eine Frau von Gewalt betroffen ist, und präventiv und unterstützend tätig zu werden. Während der Schwangerenvorsorge, unter und nach der Geburt ist eine besondere Sensibilität gegenüber gewaltbetroffenen Frauen nötig, um eine Retraumatisierung zu vermeiden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer engen Kooperation mit weiteren sozialen Einrichtungen, um gewaltpräventiv für Frauen und Kinder wirken zu können. Im Folgenden werden zunächst Erkenntnisse zur Prävalenz von Gewalt während der Schwangerschaft und zu gesundheitlichen Auswirkungen auf Frauen und ihre Kinder vorgestellt. Im Weiteren wird die Bedeutung von Gesundheitsfachkräften bei Prävention und Intervention von Gewalt durch den Partner während einer Schwangerschaft verdeutlicht und Unterstützungsmöglichkeiten für schwangere Frauen am Beispiel des S.I.G.N.A.L. Programms vorgestellt.
Erkenntnisse zum Ausmaß von Gewalt Gewalt durch den Beziehungspartner beginnt nicht selten mit einer Schwangerschaft oder Geburt. In der für Deutschland ersten repräsentativen Studie (N=10.264) zum Ausmaß von Gewalt gegen Frauen wurde eine Schwangerschaft von 10% und die Geburt des Kindes von 20% der betroffenen Frauen als lebenszeitliches Ereignis angegeben, bei dem Gewalt durch den Partner zum ersten Mal auftrat (Müller/Schröttle 2004: 262). Bei einer Befragung unter 806 Patientinnen der Ersten Hilfe Abteilung, die ŘŖŖŘȱȱȱȱǯ ǯ ǯǯǯǯȱȬȱ ȱȱȱ·ȱpus Benjamin Franklin durchgeführt wurde, hatten 13,5% der von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen angegeben, während der Schwangerschaft körperliche Gewalt erlitten zu haben (Hellbernd/Brzank et al. 2004).