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„Ich hab‘ mit ihm wirklich eine ganz besondere Beziehung!” - ęȱȱ des als Kind der Vergewaltigten: Solidarisierung Die Ambivalenz gegenüber der Schwangerschaft löst sich auf, indem die Frau sich mit dem Ungeborenen identifiziert. Es findet eine bewusste Entscheidung für das Kind statt und eine wechselseitige Beziehungsaufnahme, ein gegenseitiges „Einschwingen“ (Bowlby 1995: 20) wird möglich. Auf dieser Grundlage kann sich die Mutter-Kind-Beziehung positiv entwickeln. Von großer Bedeutung ist die Trennung vom Gewalttäter, so dass Schwangerschaft, Geburt und das weitere Familienleben nicht durch Misshandlungen gefährdet werden.
„Da war klar, dass ich mich auf jeden Fall von dem Typen trennen werde, weil ich gedacht habe, mit dem Typen ein Kind ...!” - ęȱȱ ȱȱ§ȱãDZȱȱȱĴȱȱȱ ȱûȱȱgraphische Wende Die Schwangerschaft löst einen Perspektivwechsel aus. In den Vordergrund rückt die Verantwortung, die die Frau durch die Schwangerschaft gegenüber dem Kind annimmt und die aus ihrer Sicht ein eindeutiges Verhalten gegenüber dem gewalttätigen Partner fordert. Eine weitere Möglichkeit ist die der ‚Fremdsteuerung’, indem andere Personen über die Schwangerschaft entscheiden. Dies ist dann der Fall, wenn es sich bei der Vergewaltigten zum Beispiel um eine Jugendliche in einer Abhängigkeitssituation handelt. Wie der Schwangerschaftskonflikt bewältigt wird, hängt von verschiedenen Bedingungen ab. Dies sind neben den Folgen der Gewalt und wiederholten Traumatisierungen der Zeitpunkt der Realisierung der Schwangerschaft, die Einstellung der Frau zu einem Schwangerschaftsabbruch, die Fähigkeit der Frau, ein Kind subjektiv und objektiv in ihr Leben zu integrieren und die vorhandenen Unterstützungsangebote. Findet weder eine Identifikation mit dem Ungeborenen oder mit der zukünftigen Mutterrolle, noch eine Entscheidung für ein Leben ohne Kind statt, kann gegebenenfalls das moralische Dilemma nur indirekt gelöst werden. Um nicht zu ‚töten‘, womit aus Sicht einzelner Frauen ein bewusster Schwangerschaftsabbruch gemeint ist, versuchen die Betreffenden, ihn indirekt durch starke körperliche Belastungen auszulösen. Bleibt die Schwangerschaft dennoch bestehen, wird sie unter Umständen in den folgenden Monaten nicht wahrgenommen. Eine Vorbereitung auf Geburt und Mutterschaft findet nicht statt. In zwei der Interviews von Frauen, die durch eine Vergewaltigung schwanger wurden, gibt es Hinweise für eine starke Ablehnung bis hin zur phantasierten Kindstötung durch eine Infektion sowie entsprechende Schuldgefühle, die abgewehrt werden.