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desto weniger konnten sie ihre Gefühle wahrnehmen. Bernhard war beim Interview 13 Jahre alt. Bis zu seinem 5. Lebensjahr musste er die Vergewaltigungen seiner Mutter miterleben. Bernhards Mutter suchte im Kinderzimmer Schutz vor ihrem Mann: Ǯǯǯǯȱ ȱǽȱǾȱȱȱȱǰȱȱȱȱ ǰȱȱȱȱǰȱȱȱȱĞȱ£ȱȱǯȱȱȱȱȱȱȱ ȱ herausgezogen und mich vergewaltigt“, erzählt sie.
Sie habe sich dabei wie ein „Stück Dreck“ gefühlt. Bernhard kann nicht darüber sprechen, er spricht überhaupt kaum, ist sehr zurückgezogen. Er zeichnet jedoch die Szene der Vergewaltigung und gibt mir die Zeichnung wortlos.
Abb. 5
Auf seiner Zeichnung (Abb. 5) stellt Bernhard den vergewaltigenden Vater mit lachendem Mund und leeren Augen dar, während das Gesicht der Mutter stummes Entsetzen widerspiegelt. Den Körper von Mutter und Vater bemalt er mit roter Farbe und symbolisiert damit Verletzung, Gewalt und Sexualität. Die linke Seite des Blattes bleibt leer und verweist damit auf die Leerstelle, die Bernhard einnimmt, er wurde nicht als Person wahrgenommen, seine Existenz wurde symbolisch vernichtet. Bernhards Schwester Susanne ist beim Interview bereits 20 Jahre alt. Sie erinnert sich, wie sie als Kind die Vergewaltigung ihrer Mutter aus ihrem Zimmer mitanhören musste, ihre Mutter habe den Vater angefleht, ihr nicht wehzutun: ,,Da bin ich im Zimmer gelegen und ich habe sie schreien, weinen gehört und ich habe nichts machen können. Weil da habe ich mich nicht mehr ins Zimmer getraut, ich bin innerlich fast verblutet vor Schmerz. Es war furchtbar. Ich habe mir dann meistens einen Polster über den Kopf gegeben, dass ich es nicht höre.”