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Der Blick der Forschung
Heinz Kindler Partnergewalt und Beeinträchtigungen kindlicher Entwicklung: Ein Forschungsüberblick.
„Die Mama hat so geweint. Das hab ich durch die Wand gehört. Wir Kinder haben uns unter ȱĴȱǯȱȱ ȱ£ȱǯȃȱǻ§ȱşȱ Ǽ „Die Mama hat geblutet. Dann hab ich solche Angst gehabt, dass sie sterben muss. Aber ich konnte gar nix machen“. (Junge 7 Jahre)
Auf diese Weise beschreiben zwei, im Rahmen von familiengerichtlichen Begutachtungen befragte Kinder ihr unmittelbares Erleben von Situationen, in denen ihre Mutter Partnergewalt erleben musste. Generell schildern Kinder Angst, Mitleid, Erstarrung und Hilflosigkeit, wenn sie über ihre ausgeprägten Gefühle in Situationen von Partnergewalt sprechen (z.B. Ericksen & Henderson, 1992; Mullender et al., 2001; Strasser, 2001). Diese von Kindern empfundene Belastung, Verunsicherung und Überforderung angesichts miterlebter oder in ihren Folgen sichtbarer Gewalt erscheint Fachkräften und Laien in der Regel gleichermaßen gut nachzuempfinden und ist kaum Gegenstand ȱ ǯȱȱ ȱȱȱȱ§£ȱȱ[lichkeit und Fachkräften hingegen, wenn es um die Frage geht, inwieweit Partnerschaftsgewalt über das belastende unmittelbare Erleben hinaus eine Gefahr für das Kindeswohl darstellen kann, also geeignet ist, die Entwicklung betroffener Kinder in erheblichem Ausmaß zu beeinträchtigen. Genau deshalb steht diese Frage im Mittelpunkt des vorliegenden Beitrags. In einem ersten Abschnitt des nachfolgenden Beitrags wird hierzu zunächst erörtert, inwieweit bei Kindern, die Partnergewalt miterleben müssen, Beeinträchtigungen in verschiedenen Entwicklungsbereichen beobachtet werden. Daran anschließend beschäftigt sich ein weiterer Abschnitt mit der Frage, auf welche Weise miterlebte Partnergewalt eigentlich zu Entwicklungsbeeinträchtigungen bei betroffenen Kindern führt. Der Forschungsstand hierzu wird zusammen mit Folgerungen für die Jugendhilfe und Familiengerichtsbarkeit erörtert. Zum Sprachgebrauch und der Befundgrundlage muss zunächst eine einschränkende Anmerkung gemacht werden. Partnergewalt bezeichnet allgemein alle Formen körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt zwischen Erwachsenen (manchmal auch Jugendlichen), die sich durch eine Partnerschaft miteinander verbunden fühlen oder gefühlt haben. Solche Gewalt tritt in verschiedenen Mustern auf (für eine Forschungsübersicht siehe Dixon & Browne 2003). Ein Muster seltener, wenig verletzungsträchtiger und oft wechselseitiger körperlicher Auseinandersetzungen scheint hierbei in allen westlichen Gesellschaften relativ weit verbreitet (für eine Übersicht siehe Archer, 2000a). Wiederholte, verletzungsträchtige Gewalttaten in Partnerschaften,