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redete „wie ein Buch aus dem vorigen Jahrhundert“ (Selvini Palazzoli et al. 1978, S. 82). Im Rahmen der Standardpsychiatrie wurde das als Psychose um Kindesalter (Hebephrenie) diagnostiziert. Im Abschlusskommentar wird sein Verhalten positiv konnotiert und gewürdigt; zugleich wird vorgeschlagen, es die nächsten fünf Wochen aufrechtzuerhalten.8 Zum Abschluss der ersten Sitzung gibt das therapeutische Team folgenden Kommentar: „Am Ende dieser Sitzung wollen wir uns an dich wenden, Ernesto, um dir zu sagen, daß du etwas Gutes tust. Wir haben verstanden, daß du im Großvater sozusagen den Hauptpfeiler deiner Familie gesehen hast … der stützte und ein gewisses Gleichgewicht herstellte … Nachdem der Großvater fehlte, hast du Angst bekommen, daß sich etwas ändern könnte. Deshalb legtest du dir die Rolle des Großvaters zu, vielleicht aus Angst, daß das Gleichgewicht gestört werden könnte … Im Augenblick ist es gut, wenn du diese Rolle, die du dir spontan zugelegt hast, weitermachst. Du darfst bis zur nächsten Sitzung, die am 21. Januar (in fünf Wochen; W. R.) sein wird, nichts verändern“ (Selvini Palazzoli et al. 178, S. 84). Entscheidend bei einer gelungenen positiven Konnotation ist, dass die Sozialarbeiterin diese positive Sichtweise selbst teilt und ihr nonverbales Verhalten dazu passt, ganz im Sinne der von Rogers geforderten Echtheit. Wird die positive Konnotation nur als Technik, d. h. unabhängig von der aktuellen kognitiv-affektiven Befindlichkeit der Sozialarbeiterin, eingesetzt, bleibt sie im günstigsten Fall ohne positiven Effekt; im ungünstigen Fall wird sie zu einem berechtigten Misstrauen der Adressatinnen gegenüber dem Unterstützungssystem und zu einem unnötigen Widerstand führen. Ich möchte die positive Konnotation von der heute inflationär gebrauchten Forderung nach positivem Denken abgrenzen. Dieses steht immer in der Gefahr, Probleme, Defizite und Konflikte zu ignorieren oder schönzureden. Positive Konnotation hingegen fokussiert auf die Ressourcen der Menschen, sich in schwierigen