2026-001/documents/theory/diagnostics/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/483.md

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Raw Blame History

könnte lauten: „Wer merkt in der Familie zuerst, wenn Mutter traurig ist, wer tröstet sie dann zuerst?“ Reflexive Fragen sind auf Veränderung durch Einsicht gerichtet. Sie sollen Denk- und innere Suchprozesse anregen, neue Fragen aufwerfen und bisherige Überzeugungen infrage stellen: „Wenn da zwischen Ihnen beiden noch eine unerledigte Sache stünde, wer würde sich am schnellsten dafür entschuldigen?“ (ebd., S. 32). „Die Absicht, die hinter diesen Fragen steckt, soll im folgenden als überwiegend fördernde (faciliative) gekennzeichnet werden … Daher verhält sich der Therapeut hier eher wie ein Berater oder Trainer, der die Familienmitglieder darin bestärkt, ihre eigenen Möglichkeiten zur Problemlösung zu nutzen“ (ebd.; Hervorh. im Orig.). Tomm unterscheidet innerhalb dieser Kategorie: „zukunftsorientierte Fragen“ („Woran würden Sie es merken, wenn Ihr Problem über Nacht verschwunden wäre?“); „Fragen aus der Beobachterperspektive“ („Wenn Sie Ihren Mann so ansehen, haben Sie eine Vermutung, was er gerade denkt?“); „Fragen zur unerwarteten Kontextveränderung“ („Wie hat sich die unerwartete Schwangerschaft auf Ihre Beziehung ausgewirkt?“); „eingebettete Suggestionsfragen“ („Was würde Ihre Frau denn machen, wenn Sie einfach einmal bei ihr blieben oder sogar in den Arm nehmen würden, statt sich wie sonst bei ihren Wutanfällen zurückzuziehen und sie allein sitzen zu lassen?“); „Fragen zum normativen Vergleich“ („Glauben Sie, daß Sie mit Ihren Meinungsverschiedenheiten offener umgehen als andere Familien?“); „Fragen zur Klärung von Unterscheidungen“ („Denkt Vater, daß Psychose eine Krankheit ist oder die Folge einer Vielzahl von Kränkungen im Leben?“);