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übergeht, sind neue Überlastungsbedingungen geschaffen. Alle empirischen Untersuchungen bestätigen, dass bei Haushalten mit Doppeleinkommen die Frauen einen signifikant höheren Anteil der Haushaltsarbeit übernehmen (siehe Schmidt-Denter 1988). In der Konsequenz diese Erkenntnisse achte ich darauf, auch die Haushaltsarbeit als Beruf zu definieren. Ich frage z. B. die Eltern in Paar- oder Familiengesprächen: „Sind Sie außerhalb oder innerhalb des Haushaltes berufstätig oder beides?“ Dadurch wird die Haushaltstätigkeit der Mütter der Erwerbstätigkeit ihrer Männer gleichgestellt und bei einer Doppeltätigkeit der Frau deren Belastung ohne weitere Worte betont. Wenn die Mütter von ihren Männern, aber auch von Fachkräften kritisiert werden, dass sie zu enge Beziehungen zu ihren Kindern eingehen, sind sie Gefangene der Sündenbockposition. Legionen von Professionellen im psychosozialen und medizinisch-psychiatrischen Feld haben eine zentrale Ressource von Frauen, nämlich Nähe herzustellen und damit Kindern gesicherte Beziehungen zu garantieren, zu einer Negativvariante umdefiniert. Unter dem Etikett der „bindenden“, „überfürsorglichen“ oder gar „schizophrenogenen“ Mutter wurden sie für die Entwicklungsstörungen ihrer Kinder verantwortlich gemacht. Zugleich wurden sie in eine Doublebind-Position hineinmanövriert. Denn in den klassischen gesellschaftlichen Rollendefinitionen ist eine Mutter nur dann eine gute Mutter, wenn sie Nähe herstellt. Treten Probleme auf, wird die geforderte Nähe in eine pathologische Symbiose umdefiniert. Dann wird die Mutter dafür bestraft, dass sie den Erwartungen der Gesellschaft und ihrer soziokulturellen Rollendefinition entsprochen hat. Warum können die betroffenen Mütter überhaupt in eine solche Position hineinmanövriert werden? Weil die therapeutischen Praktiker und Theoretiker die klassischen Familienrollenbilder unreflektiert reproduzieren: Der Mann bleibt außerhalb der