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6.1
Methodisches Handeln in der systemischen Arbeit
Mit diesem Kapitel sind wir an dem zweiten Punkt der Verknüpfung von Systemtherapie und Sozialer Arbeit angelangt. Geschah dies im fünften Kapitel schwerpunktmäßig über die systemische Metatheorie, werden nun Methoden der Systemtherapie beschrieben, die in der systemischen Sozialen Arbeit zur Anwendung kommen. Die Bedingung dafür ist, dass Setting, Timing, Sprache und Lösungsperspektiven auf die Lebenswelt, die Problemlagen und Ressourcen der Adressatinnen der Sozialen Arbeit zugeschnitten sind. Wie dies geschehen kann, lässt sich den Praxisbeispielen des ersten und siebten Kapitels entnehmen Unter 5.6 wurde die für den systemischen Ansatz stimmige Aufhebung der eindeutigen Grenzen zwischen Therapie, Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Beratung begründet. Konsequenterweise werden nun die Bezeichnungen Therapeutin, Beraterin, Sozialarbeiterin, Helferin in der gleichen Bedeutung verwendet. Meistens ist die Rede von der Sozialarbeiterin, weil es ja um die Verwendung systemischer Methoden in der Sozialen Arbeit geht. Der Bezugspunkt für die Darstellung von Methoden liegt sehr einseitig bei den Sozialarbeiterinnen; die Antworten der Adressatinnen auf die Verwendung der Methoden bleiben unberücksichtigt.1 Unsere Perspektive ist also der methodische Input in das Hilfesystem seitens der Professionellen. Deren Adressatinnen können gar nicht anders, als darauf zu reagieren, denn: „Man kann nicht nicht kommunizieren“ (Watzlawick et al. 1972, S. 53). Allerdings erfolgt die Antwort nicht immer im Einklang mit den Absichten der Sozialarbeiterin. Es bleibt immer eine prinzipielle Nichtdeterminierbarkeit des Verhaltens der anderen – auch die ausgefeiltesten Methoden ermöglichen keine instruktive Interaktion. Diese Feststellung ist Teil des systemischen Menschenbildes. Wenn sie ernst genommen wird, kann eine systemische Sozialarbeiterin nicht dem modernen Mythos verfallen, dass alles machbar sei.