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3.3.3 Die Ökonomie Die Ökonomie und damit die gesamte Gesellschaft wird durch eine Struktur organisiert, die als weltweit vernetzter bzw. globalisierter Kapitalismus bezeichnet werden kann. Überall hören wir das Siegesgeschrei des Kapitalismus: Der Kommunismus als Idee ist tot, den Sozialismus als funktionierende Gesellschaftsform hat es nie gegeben usw. Das wird sich wieder ändern, wenn die Folgekosten eines seiner sozialen Verantwortlichkeit beraubten Kapitalismus noch deutlicher werden: steigende Armut und steigende Sozialhilfekosten; strukturelle Arbeitslosigkeit, vor allem das Problem der Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit; eine ungerechte Einkommens- und Vermögensverteilung; Konzentration und Globalisierung; Schwächung der nationalen Ordnungspolitik (Wirtschafts- und Finanzpolitik), Stärkung der global agierenden Unternehmen. Der Trend zur dreifach gespaltenen Gesellschaft („Dreidrittelgesellschaft“) ist unübersehbar. In dem untersten Segment lebt man in chronischer oder zeitweiser Armut, wobei Armut in Sinne der EU-Definition als ein Mangel definiert wird, der sich durch ein unterhalb der Hälfte des Durchschnittseinkommens des betreffenden Landes liegendes Einkommen ergibt.5 Auch die in unserer Gesellschaft immer wieder von Armut bedrohten bzw. sich knapp oberhalb der Armutsgrenze befindliche Gruppe lässt sich diesem Drittel zuweisen. Nach dem Armutsbericht von 2000 (Bezugsjahr 1998) lebten in Deutschland 34,5 % aller Menschen mit einem Einkommen von nicht mehr als 75 % des durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens von 1709 DM (874 €)6, 9,1 % mit nicht mehr als 50 % (Hanesch et al. 2000, S. 56). Finanzielle Armut kann verschiedene Gründe haben. Kinderreichtum, der Status eines allein erziehenden Elternteiles, Arbeitslosigkeit und fehlende Berufsausbildung werden von der Armutsforschung als die wichtigsten Armutsrisiken benannt. Aus