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3.2.2 Das Mikrosystem „Ein Mikrosystem ist das Beziehungsgefüge zwischen der sich entwickelnden Person und der Umwelt in einem unmittelbaren Setting, in dem sich die Person befindet“ (Bronfenbrenner 1978, S. 35). Familie, Kindertagesstätte, Schule, Heim, Arbeitsplatz, die Gruppe befreundeter bzw. im gemeinsamen situativen Handeln verbundener Gleichaltriger (Peers) u. a. können als Mikrosysteme bezeichnet werden. Sie sind verstehbar als sozialisierende Kontexte, in denen ein Mensch sein alltägliches Handeln organisiert, diesem im Austausch mit den sozialen anderen Bedeutungen verleiht und dadurch in verschiedenen Phasen seines Lebens einen unterschiedlichen Sinn gewinnen kann. In der Kombination des Subjekts mit einem dieser sozialisierenden Kontexte wird ein Mikrosystem gebildet, z. B. die Familie. In seinem Rahmen entfaltet sich eine Beziehungsdynamik, durch die ein gemeinsamer Entwicklungsprozess des Systems und seiner einzelnen Mitglieder möglich wird. Willi spricht in diesem Zusammenhang von „Koevolution“ als „der Kunst des gemeinsamen Wachsens“ (Willi 1985). So lässt sich auch die wachsende psychische Differenzierung der Kinder und der Eltern im Kontext des Mikrosystems Familie als ein Wechselspiel von „Koevolution und Koindividuation“ betrachten: Das psychische Wachstum des einen ist an das des anderen und damit an das gemeinsame Wachstum und das des sie umgreifenden Systems gebunden (vgl. Stierlin 1987). Für die Eltern eines neugeborenen Kindes und das Kind selbst gibt es in dieser Phase des familiären Lebenszyklus (siehe 4.2.2.3) spezifische Aufgaben, an denen alle wachsen. Die Eltern entdecken ihre Fähigkeiten, zu sorgen, zu beschützen und zu nähren. Sie können auch lernen, sich im Hinblick darauf als Team zu organisieren, in dem zwei Menschen verschiedene bzw. verschieden stark ausgebildete Ressourcen kooperativ verknüpfen. Die Aufgabe des Kindes in dieser ersten Phase seines persönlichen Lebenszyklus heißt, sich gleichermaßen auf