2026-001/documents/theory/diagnostics/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/107.md

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Raw Blame History

1992). Prigogine untersuchte offene Systeme, die im Rahmen ihrer energetischen, materiellen und informationellen Austauschprozesse mit der Umwelt ihre eigene Organisation entwickeln. Diese Organisation stellt sich der Beobachterin in Form einer bestimmten Prozessstruktur dar. Diese Prozessstruktur lässt sich auch als momentane raum-zeitliche Gestalt des Systems beschreiben. „Ein Beispiel ist der Wasserstrudel, der nur eine Form darstellt, in der sich ein Wasserfluß organisieren kann und nur im Rahmen dieses Wasserflusses kann er seine Struktur wahren … Ändert sich der Fluß des Wassers, ändert sich auch die Prozeßstruktur Strudel, er wird breiter oder schmaler, schneller oder langsamer, turbulenter oder glatter“ (ebd., S. 98). Im sozialen Raum wäre eine solche Prozessstruktur z. B. eine Familie, die sich durch Regeln, Rollendefinitionen, Rituale und Gratifikationen organisiert. Wie der Name Prozessstruktur schon ausdrückt, befindet sie sich in einem beständigen Wandlungsprozess. Dieser verläuft zyklisch. In der ersten Phase des Zyklus unterliegen Abweichungen vom Gleichgewichtszustand (Homöostase) zunächst der Tendenz, sie rückgängig zu machen, zumindest aber, sie zu dämpfen (negatives Feedback). Langfristig aber schaukeln sich die Abweichungen immer stärker auf und führen eigendynamisch zu immer stärkeren Abweichungen (positives Feedback); dies ist die zweite Phase des Zyklus. In der dritten Phase löst sich die bisherige Struktur auf und sucht eine neue Gestalt, welche die Bestandteile der bisherigen in sich aufhebt. In der vierten Phase ist die neue Gestalt gefunden und etabliert sich in einem neuen Gleichgewichtszustand, der zugleich die erste Phase eines neuen Zyklus darstellt.