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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 296 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
Franz Herrmann
Qualität und Wirtschaftlichkeit zum Ziel haben. Beide dürfen nicht als in Konkurrenz zueinander gesehen werden, sondern sind einander sinnvoll ergänzende Instrumente mit unterschiedlichen Funktionen, wobei Jugendhilfeplanung die Funktion des »strategischen Controllings« übernehmen würde. Das Konzept des strategischen Controllings beinhaltet die partizipative Entwicklung genereller Zielsetzungen und ihre Umsetzung in Handlungsperspektiven für die Jugendhilfe zwischen den örtlichen Akteuren auf der Grundlage örtlicher Bedarfe, gesetzlicher Anforderungen und der zur Verfügung stehenden Ressourcen. Ergänzt werden muss dieses strategische Instrument durch das »operative Controlling« als Dienstleistung für den Jugendhilfeausschuss sowie die Leitung und die Fachabteilungen des Jugendamtes: Hier werden insbesondere betriebswirtschaftliche Daten gesammelt und analysiert (Kosten-Leistungs-Rechnung).
Leider ist angesichts der aktuellen Finanzprobleme bei den öffentlichen Trägern der Jugendhilfe nach meiner Beobachtung momentan ein Trend festzustellen, die genannten Ebenen und Instrumente zu vermischen, den auf Fachlichkeit, Diskurs und Partizipation gerichteten Teil von Planung zu vernachlässigen und diese stattdessen ausschließlich zur Erzielung von Einsparungen bei Jugendhilfeausgaben nutzen zu wollen. Angesichts dieser zahlreichen Defizite in der Planungspraxis wird deutlich, dass das innovative Potenzial der Methode momentan weitgehend ungenutzt bleibt.
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