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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 266 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19

Gisal Wnuk-Gette, Werner P. E. Wnuk und Gerlinde Fischer

  1. Die Familienorientierung als grundlegende Perspektive in einem kommunalen Jugendhilfenetzwerk Gisal Wnuk-Gette, Werner P. E. Wnuk und Gerlinde Fischer

  2. Einleitung Das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) verpflichtet die öffentlichen und freien Träger der Jugendhilfe sowohl zur Unterstützung der Familien im Vorfeld der »Hilfen zur Erziehung« als auch bei diesen selbst, wenn Kinder und damit das gesamte Familiensystem durch »auffälliges Verhalten« bzw. Symptome in eine Krise gerät. Schon 1986, also vor dem Inkrafttreten des KJHG, hat das von Gisal Wnuk-Gette und Werner Wnuk gegründete Wenger Mühlen Centrum (WMC) in Bad Wurzach (Landkreis Biberach a. d. Riss) zusammen mit dem damaligen Sozialdezernenten des Ortenaukreises (Südbaden), Stefan Karolus, ein Konzept der Familienberatung als grundlegender Struktur der Arbeit des Allgemeinen Sozialdienstes entwickelt. Die Entwicklung dieses Projektes, seine Konzeption und Begründung wurde an anderer Stelle beschrieben (Karolus 1995; Wnuk-Gette und Wnuk 1995c). Familien mit allen Formen des Zusammenlebens (Kernfamilie, Einelternfamilie, Familien in Trennungssituationen, Patchworkfamilien, Familien ohne Ehestatus der Eltern, Pflege- und Adoptivfamilien usw.), die sich in einer akuten oder schon chronischen Krise befanden, wurde vom ASD Familienberatung zur Bewältigung bzw. Auflösung ihrer schwierigen Situation angeboten. Dieses Angebot wurde auch mit dem gebotenen Nachdruck den Familien gemacht, die nicht von sich aus, sondern eher »unfreiwillig« mit dem ASD in Kontakt kamen, weil Schule, Kindergarten, Polizei oder Nachbarn das Jugendamt über gravierende Auffälligkeiten der Kinder informiert hatten. Das im Ortenaukreis eingeführte Familienberatungsprojekts sah von Anfang an eine enge Kooperation mit den Mitarbeiterinnen der Sozialen Dienste vor und wurde nicht als ein Jugendhilfeangebot von »außen« verstanden. Deshalb wurde allen Mitarbeiterinnen des ASD 266