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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 192 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19

Horst E. Bertsch und Herbert Böing

Schuljahr erfolgreich zu beenden. Weiterhin müsse deutlich gemacht werden, dass die Verantwortung bei ihm allein liege. Er sei nicht damit überfordert, pünktlich in die Schule zu kommen. Das sei ihm früher auch schon gelungen. Die Mitarbeit im Unterricht sei ja nicht das Problem. Nach der Lehrerinnenkonferenz wollte die Helferin dann ein gemeinsames Gespräch mit C., der Mutter, der Schulleiterin und dem Klassenlehrer führen. Über das erste Gespräch mit Schulleiterin und Klassenlehrer wollte sie die Mutter sofort informieren. Die Lehrerkonferenz legt eine Mindeststundenzahl für C.s Anwesenheit fest; sollte er diese bis Schuljahresende unterschreiten, müsse er das Schuljahr wiederholen. Außerdem solle er an freien Nachmittagen 100 der versäumten Schulstunden nachholen. C. bekam am Tag darauf die Einladung zu dem Gespräch mit der Erwachsenenrunde. Er wurde gefragt, ob er daran interessiert sei, in die nächsthöhere Klasse versetzt zu werden. Er sagte, dass ihm das sehr wichtig sei. Er wolle so schnell wie möglich die Schule abschließen und eine Ausbildung beginnen. Ein weiteres Jahr Schule fände er schrecklich. Die Schulleiterin teilte ihm mit, dass er sehr nah daran sei, das Schuljahr wiederholen zu müssen. Es gebe allerdings die Möglichkeit, das Schuljahr zu schaffen, indem er die genannte Mindeststundenzahl am Unterricht teilnehme und 100 Stunden nachhole. Ob der Plan gelinge, sei jetzt in seiner Verantwortung. Die Mutter und die Helferin machten deutlich, dass sie sich nicht mehr verantwortlich fühlten, ob und wann C. in die Schule komme. Er könne das regeln, wie er wolle. Der Klassenlehrer sagte, er würde sich wünschen, dass C. pünktlich komme und so gut mitarbeite wie bisher. Er glaube, dass C. es schaffen könne. C. kam nach diesem Gespräch zwar noch einige Male wenige Minuten zu spät, schaffte aber die anvisierte Stundenzahl und wurde versetzt. 3.3 Die Anwendung des SMART-Modells B., ein 14-jähriger Junge, verhielt sich auf einer vollstationären Wohngruppe immer wieder sexuell übergriffig gegenüber Buben. Mithilfe der Perspektiven des SMART-Modells konnten in der Fallbesprechung, an der die Erzieherinnen, der Fachdienst und B. selbst teilnahmen, die entsprechenden Situationen beschrieben sowie Ziele und Wege der Veränderung festgelegt werden. 192