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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 173 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19

  1. Sozialräumliche, integrierte und flexible Jugendhilfe im Gemeinwesen

tern ungelöste Paarkonflikte (z. B. Schuldzuweisungen bezüglich der Trennungsgründe, Sich-allein-gelassen-Fühlen, nichtverlässliches Einhalten von Vereinbarungen) häufig auf der Elternebene (z. B. wer hat die besseren Erziehungsmethoden, wer ist zuständig?) austragen. Herr und Frau F. kommentierten die Aussage der Sozialpädagogin damit, dass jedes Elternpaar manchmal Streit habe, wenn die Kinder sich nicht so verhielten, wie sie sollten. Karl und Elisa nutzten die Gelegenheit, um sich noch weitere Schimpfwörter zuzuwerfen (Systemerhaltung). Die Sozialpädagogin fragte Frau F. nach Ausnahmen, in denen die Auseinandersetzungen zwischen den Geschwistern weniger heftig ausgetragen würden. Sie beschrieb, dass diese sich schon immer gestritten hätten, aber zu der Zeit, als sie noch mit ihrem Mann zusammengelebt habe, habe er dann härter durchgegriffen. Ansonsten habe sie das Gefühl, die beiden stritten sich ständig, es gebe keine Ausnahmen, seit sie mit den Kindern alleine lebe, es sei denn, die beiden gingen sich aus dem Weg. Auf die Frage, was anders in ihrem Familienleben wäre, wenn über Nacht ein Wunder geschähe und sich alles zum Positiven wenden würde, wurde Frau F. nachdenklich und meinte, dass sie sich das gar nicht vorstellen könne. Karl sei schon immer so schwierig gewesen, und das werde sich nie ändern. Aber wenn sie sich den Idealzustand vorstellen würde, gäbe es zumindest spürbar weniger Streit zwischen den beiden, und sie würden ihn jeweils überwiegend allein lösen können. Sie würde sich besser fühlen und hätte dann mehr Zeit für angenehme Dinge.

• Ressourcen: Die Sozialpädagogin kam auf das vereinbarte Ziel zurück, dass Frau F. ihren (Negativ-)Blick verändern wollte, und fragte nach Verhaltensweisen von Karl, die ihr positiv auffielen und die er beibehalten sollte. Frau F. stellte daraufhin fest, dass er, seit er die Gruppe besuche, weniger an seinen Nägeln kaue und dass er mit einem Jungen aus der SGA regelmäßig in den Handballverein gehe. An diesen Tagen sei er ausgeglichener, er habe weniger Anlass und Zeit, sich mit Elisa zu streiten. Auch Herr F. konnte auf Nachfrage eine Situation vom Wochenende schildern, bei der er sich gut auf Karl habe verlassen können. Elisa fiel es sichtlich schwer, etwas Positives zu benennen. Zuerst benannte sie, dass sie die Tage gut finde, an denen Karl sie weniger schlage. Mit Unterstützung der Sozialpädagogin fiel ihr dann eine Situation am Tisch ein, bei der Karl ihr unerwartet freundlich das Angebot gemacht habe, von seiner selbst gekauften Cola etwas zu bekommen. Karl wurde von der Sozialpädagogin dafür gelobt, dass er

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