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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 56 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
Beate Tenhaken
• Es scheint Spannungen und Konflikte zwischen den Erwachsenen zu geben, die nicht geklärt sind.
• Ralf hat deutliche Wünsche an seine leibliche Mutter. Von ihrem Verhalten scheint er enttäuscht zu sein.
• Es gibt einen alten Konflikt zwischen Ralf und seinem Bruder. Aufgrund der Rheumaerkrankung hat letzterer viel Aufmerksamkeit der Erwachsenen erhalten; Ralf dagegen war viel mehr auf sich selbst gestellt. • Ralfs Position in der Geschwisterfolge ist nicht klar: Er ist zwar jünger als Felix, Felix ist aber, bezogen auf das Entwicklungsalter, aufgrund der Erkrankung deutlich jünger. • In der neuen Familie muss ein neues Gleichgewicht gefunden werden, bevor sie zusammenwachsen kann. • Ralfs Schwierigkeiten in der Schule sind deutlich; er benötigt viele Energien, um dort sein »Negativimage« zu pflegen. • Die Motivation der Stiefmutter dafür, die beiden Söhne ihres Mannes in die Familie zu integrieren, ist nicht klar. Aussagen zur Belastbarkeit dieser Beziehungen können nicht gemacht werden.
Als vorrangiges Ziel wurde von den Mitarbeiterinnen des Jugendamts benannt, dass Ralf soziale Kompetenzen und eigenverantwortliches Handeln erlernen soll. Dies bezieht sich auf den schulischen Bereich, sein Verhalten in Gruppen und das familiäre Zusammenleben. Wünschenswert wäre die Einbindung in eine soziale Gruppe. In einer Faxvorlage wurden die Unterlagen zur Familie zusammengestellt und den freien Trägern zugeschickt. Der Termin für ein Fachgremium fand eine Woche später statt. In dieser Woche hatten die freien Träger die Gelegenheit, den Fall in ihren Teams zu beraten und zu überlegen, welche Familienpädagogin zur Verfügung steht. Beim anschließenden Fachgremium im Jugendamt nahmen neben der fallzuständigen Sozialarbeiterin die Fachdienstleitung und drei freie Träger teil. Die anderen feien Träger konnten aufgrund fehlender Kapazitäten kein Angebot abgeben. Zunächst wurde der Fall erneut im Rahmen einer kollegialen Beratung besprochen. Danach teilten die Träger ihre in den internen Beratungsrunden formulierten Ideen mit. Darauf folgte dann ein kurzer Austausch mit den anderen Trägern. Anschließend gaben die drei Träger jeweils ein Angebot ab und benannten die für den Einsatz zur Verfügung stehende Person und den Stundenumfang. In diesem Fall gab es folgende Angebote:
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