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Infragestellungen der eigenen Persönlichkeit gekommen, die Entwicklung zur Selbstreflexion werde herausgefordert und gestützt und führe zu wichtigen Entwicklungsprozessen, von denen dann auch die Kinder profitieren.“ (Eberhard/Eberhard 2002, S. 53) Trösten mag alle Menschen, die sich mit Selbsterfahrung und Selbstreflexion freiwillig oder unfreiwillig quälen, dass gerade heute diese Fähigkeiten für eine Grundlage zur besseren Lebensbewältigung in Zeiten einer individualisierten Netzwerkgesellschaft gelten: „Die wachsende Selbsterkenntnis kann zu befreienden Veränderungen und größerer innerer Selbständigkeit führen […] und die unverständlichen, unkontrollierten Affekte werden, einmal aufgeklärt, besser beherrschbar und lösen sich vielleicht ganz auf.“ (Bieri 2013, S. 82) Bei aller Wertschätzung der allseitigen Selbstreflexion bleiben Spontaneität, Intuition und Authentizität wichtige professionelle und menschliche Verhaltensweisen, die durch permanente Selbstbefragungen nicht in Zweifel gezogen werden. Man/frau darf auch sich selbst vertrauen.

15.3 Selbstsorge Die Selbstsorge, der Erhalt der psychischen Unversehrtheit ist eine, vielleicht die wichtigste Kompetenz der Pädagog*innen. Luise Reddemann versteht unter Selbstsorge „[…] einen liebevollen, wertschätzenden, achtsamen und mitfühlenden Umgang mit mir selbst und Ernstnehmen der eigenen Bedürfnisse. Psychohygiene und damit Selbstsorge bedürfen entweder eine frühe Erfahrung mit ausreichender Fürsorge oder, wenn sie nicht erfahren werden konnten, eines Trauerprozesses mit anschließender Veränderung im Umgang mit sich selbst“ (Reddemann 2003, S. 82). Selbstsorge geht über die Selbstfürsorge hinaus. Die Anfänge des Konzeptes der Selbstsorge datieren in der griechisch-römischen Welt und auch in jene Zeit der Geburt der abendländischen Pädagogik. Selbstsorge bedeutete damals „[…] der Wille ein moralisches Subjekt zu sein. Diese Suche nach einer Ethik der Existenz waren in der Antike in der Hauptsache das Bemühen,