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Philipp Philipp ist in der Hauptschule doppelt isoliert. Er ist anders, weil er in einem Heim aufwächst, er ist anders, weil er sich den Machtdemonstrationen der anderen Jungen entzieht. Er findet die Männlichkeitsriten schlicht blödsinnig. Philipp lehnt die Zumutungen traditioneller Männlichkeit ab. Er findet eine sexualisierte, alles Weibliche deklassierende Sprache dumm. Damit verliert er den Zugang zu einer möglichen Peergroup außerhalb des Heims in der Schule.
Um die Anerkennung in ihren Peergroups nicht zu verlieren, eifern viele Jungen den gängigen Männlichkeitsbildern nach. Ihre Sozialisierung konzentriert sich bevorzugt auf Beruf und Außenwelt, die männliche Domäne, und vernachlässigt die Relevanz der Lebenswelt ‚Familie und Kinder‘. Wie Lucky Luke oder John Wayne lösen sie ihre Probleme alleine und tun, was ein Mann tun muss. Der normative Druck ist groß. Wenn diese Strategien versagen, greifen sie möglicherweise zur körperlichen Gewalt, so wie sie es in ihrer Lebensgeschichte gelernt haben. Pfeiffer und Wetzels (nach Enzmann 2000) bestätigen mit ihrer Untersuchung: Jugendgewalt ist eher männlich. Jungen, die in ihrer Kindheit geschlagen oder misshandelt wurden, sind erheblich häufiger gewalttätig als nicht geschlagene Jungen. Sie schließen sich erheblich häufiger devianzgeneigten Gruppen an. Philipp, Michael und Martin benötigen andere Männlichkeitsbilder, Konzepte positiver Männlichkeit als Grundlage von Jungenarbeit: Grundlagen der Jungenarbeit – Die ‚anderen‘ Männlichkeitsbilder können durch das Vorleben der Pädagogen transportiert werden. Die Erfolge des ‚Lernens am Modell‘ sind aber nicht sehr weitreichend. Behindernd wirken sich die Unterschiede der sozialen Schichten von Betreuern und Betreuten (Wieland u. a. 1992, S. 128) und – wie auch bei der Entwicklung aller sozialen Motive – die ganz persönlichen, konkreten lebensbiografischen Erfahrungen der Jungen aus. – Das bedeutet, dass in der Jugendhilfe neben dem ‚Lernen am Modell‘ die Auseinandersetzung mit jungenspezifischen Bedürfnissen und Schwierigkeiten im Kontext des jeweiligen Milieus und auf dem Hintergrund