2026-001/documents/theory/diagnostics/verhaltensauffaelligkeiten/pages/295.md

2.4 KiB

6.6 Prävention und Resilienzförderung

6.6.2

Präventionsprogramme mit spezifischer Zielrichtung

Diese Programme haben spezifische thematische Schwerpunkte, z. B. Gewalt- oder Suchtprävention. Das mittlerweile verbreitetste Programm ist »FAUSTLOS«, das von Cierpka entwickelt wurde. Das Programm FAUSTLOS (Cierpka 2001) Grundgedanken und Ziele FAUSTLOS ist ein Curriculum zur Prävention von aggressivem und gewaltbereitem Verhalten bei Kindern. Es soll »das impulsive und aggressive Verhalten von sechs- bis zehnjährigen Kindern vermindern und ihre sozialen Kompetenzen erhöhen (…). FAUSTLOS vermittelt alters- und entwicklungsadäquate prosoziale Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen Empathie, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut« (Cierpka 2001, S. 7). FAUSTLOS ist die deutsche Fassung des Programms »Second Step« (Beland 1988), das in den USA entwickelt wurde und laut Cierpka (2004, S. 253) an über 10.000 Schulen angewendet wurde. Mittlerweile liegen von FAUSTLOS Fassungen für den Grundschul- und den Kindergartenbereich vor. Aggressives und gewalttätiges Verhalten wird auf »Defizite bei bestimmten Fähigkeiten« zurückgeführt (Cierpka 2001, S. 12). Entsprechend diesen empirisch ermittelten Defiziten sollen mit dem Curriculum Fähigkeiten in drei zentralen Bereichen vermittelt werden:

  1. Empathietraining Das Programm geht davon aus, dass eine verbesserte Empathie, also die »Fähigkeit, die Gefühle anderer wahrzunehmen und zu verstehen und auf diese angemessen zu reagieren« (ebd.) dazu führt, dass gewalttätiges Verhalten weniger gezeigt wird.
  2. Die Fähigkeit zur Impulskontrolle Die Fähigkeit zur Impulskontrolle wird auf zwei wesentliche Aspekte zurückgeführt: Zum einen auf eine verbesserte Kompetenz zum Problemlösen. Dabei vermittelt FAUSTLOS ein »Problemlöseverfahren« in fünf Schritten. Der zweite Aspekt ist das »Training sozialer Verhaltensfertigkeiten«. Dieses »soll Kindern ermöglichen, sich in sozialen Situationen angemessen und erfolgreich verhalten zu können« (Krannich et al. 1997, S. 240).
  3. Umgang mit Ärger und Wut Hierbei sollen die Kinder auch über das Mittel des »lauten Denkens« für den Umgang mit Ärger und Wut ein strukturiertes Verfahren erlernen. Zielgruppe und Dauer Das Programm FAUSTLOS existiert wie bereits erwähnt in zwei Varianten; in einer für die Anwendung in Kindergärten und in einer anderen für die Anwendung in 295