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5 Spezifische Formen von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
Vorgeschichte begründeten psychischen Stabilität bewältigt. In diesem Bewältigungsprozess kann der Drogenkonsum eine besondere Bedeutung haben. Attraktivität der Drogen Drogen haben als Handlungsmuster für Jugendliche aus mehreren Gründen eine besondere Attraktivität: • Zum einen wird mit dem Gebrauch von Drogen, zunächst Zigaretten, dann Alkohol, ein erwachsenentypisches Verhalten gezeigt. Newcomb (1996) bezeichnet dies als das Zeigen von »Pseudo-Reife«. • Der Gebrauch von Drogen gehört in vielen Jugendkulturen auch zum Lebensstil, zur Gruppenkultur (vgl. Jungblut 2004). Es ist selbstverständlich, zumindest am Wochenende Alkohol zu trinken oder Cannabis zu konsumieren – wenn der Jugendliche in der Gruppe dabei sein will, muss er mitmachen. • Durch den Gebrauch von Drogen können schlichtweg angenehme Zustände herbeigeführt werden und Drogenkonsum kann zunächst als Genussfaktor dienen. Die Einnahme psychoaktiver Substanzen kann einen erstrebenswerten Zustand herbeiführen – der auf andere Art und Weise nicht herbeizuführen ist. • Drogen dienen aber auch der Stressreduktion und sind hilfreich, um die Belastungen des Alltags, eine mögliche unsichere Zukunft usw. zumindest vorübergehend vergessen zu können und sie helfen, Abstand zu gewinnen. Drogen helfen zur Bewältigung von Überforderungen. Risikofaktoren In Anlehnung an das Modell der zwei Entwicklungspfade von Moffitt (1993) müssen spezifische Risikofaktoren beachtet werden, die dazu führen, dass es zum (lebenslangen) Problemverhalten kommt. Jugendliche, die zur Bewältigung der Entwicklungsaufgaben oder von spezifischen Belastungen auf ausführlichen Drogenkonsum zurückgreifen, weisen mit größerer Wahrscheinlichkeit schon Instabilitäten in ihrer Vorgeschichte auf:16 Vorgeschichte a) Fehlende Unterstützung bei der Affektregulation: »Multiple Störungen in der Affektregulation und (…) Beeinträchtigungen in den sozialen und kognitiven Funktionen« (Streeck-Fischer 2006b, S. 169). In ihrem psychodynamischen Entwicklungsmodell geht Streeck-Fischer (2006b) davon aus, dass sich die betroffenen Jugendlichen zu Beginn der Adoleszenz in einem »inneren Notstand 16 Auf die ausführliche Darstellung biologischer Risikofaktoren wird an dieser Stelle verzichtet, da die Untersuchungsergebnisse hierzu bei Weitem nicht eindeutig sind (eine Zusammenstellung verschiedener Studien findet sich z. B. bei Al-Wiswasi 2004).
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