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5.3 Komplexe Auffälligkeiten

verarbeitet haben. Anderenfalls muss sie zuerst traumazentriert behandelt werden. b) Therapeutische Arbeit mit komplextraumatisierten Kindern (Developmental Trauma Disorder; Van der Kolk 2005) Hier liegt das Besondere in spieltherapeutischen Zugängen und im personzentrierten Ansatz. In einer Umfrage von Foa et al. (1999) unter Praktikern und Experten wurde die Spieltherapie als das effektivste und am häufigsten eingesetzte Verfahren genannt. Das freie Spiel des Kindes innerhalb eines psychotherapeutischen Settings bietet dem Kind hervorragende Möglichkeiten zur Verarbeitung traumatisierender Erfahrungen: • Ressourcenorientierung (Konzept der Selbstheilungskräfte, Kindzentrierung, Betonung der Selbstbestimmung, bedrohunsgfreie, wertschätzende und strukturierende Gestaltung der therapeutischen Beziehung). • Optimale Berücksichtigung des Sicherheitsbedürfnises des Kindes durch eine organisch wachsende therapeutische Beziehung und Arbeit auf der schützenden Ebene (Fahrig 1991). • Maximale Kontrolle und Wahlfreiheit des Kindes in Bezug auf Symbolisierungsebene, Zeitpunkt und Dosis der Konfrontation mit dem Trauma. • Vielfältige affektive Regulationsmöglichkeiten durch Symbolisierungsmöglichkeiten auf der analogen Ebene. • Mentalisierung des Geschehens (Fonagy et al. 2002) und Etablierung eines Narrativs zur Neueinschätzung der traumatischen Erfahrung und Rekonstruktion des erschütterten Welt- und Selbstbildes durch Verbalisieren (Hensel 2002). • Natürliche Integration möglicher fraktionierter Aspekte der traumatischen Erfahrung auf affektiver, kognitiver, imaginativer und handlungsorientierter Ebene durch ganzheitliche Spielprozesse. • Natürliche Modellierung des dreiphasigen Modells der Traumatherapie. Ein spieltherapeutisch orientiertes nicht-direktives Vorgehen bei traumatisierten Kindern muss sich aber auch bestimmter Gefahren bewusst sein, die in diesem Ansatz liegen. Durch das nicht-traumazentrierte Vorgehen kann die Vermeidungstendenz des Kindes (Symptom der PTBS!) unterstützt werden oder eine unkontrollierte Überflutung in Kauf genommen werden. Unverarbeitete Trauma-Aspekte können übersehen werden und es kann eine Fixierung im sogenannten posttraumatischen Spiel erfolgen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über wichtige Aspekte bei der Beurteilung des Charakters der Spieltätigkeit des Kindes (c Tab. 5.11):

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